Flugvorbereitung – Flugdurchführung – Flugziele

Das ewige Thema „Sprit“

(Preise Stand April 2026)

1) AVGAS (italienisch: „benzina avio“)

Die gegenüber Deutschland deutlich schlechtere Verfügbarkeit von AVGAS 100LL (vor allem im südlichen Drittel des Landes, aber zum Teil auch im Norden) stellt oft das größte Planungsproblem bzw. das größte Potenzial für Ärger vor Ort dar. UL91 gibt es bisher in Italien bisher nur an sehr wenigen Plätzen. Ferner ist der Saft in Italien u.a. aufgrund hoher Steuern meist ziemlich teuer. Doch das gilt ja seit ein paar Jahren zunehmend auch für das umliegende Ausland. Die Preisstreuung innerhalb Italiens ist außerdem recht groß, so dass man heute nicht mehr pauschal sagen kann, dass Avgas in Italien immer teurer ist als in den umliegenden Ländern.

Konkret liegt der Preis derzeit, also seit den allgegenwärtigen Preissteigerungen im März 2026) allgemein meist zwischen 2,50 Euro und 3,70 Euro (mancherorts, vor allem im Süden, auch noch deutlich mehr). Dies bei einem ungefähren Durchschnitt von ca. 3,20 Euro, was also noch geringfügig über über dem deutschen Niveau (im Durchschnitt derzeit wohl ca. 2,90 Euro) liegt.

Leider sind die von Usern in Programmen wie Skydemon oder Foreflight eingegebenen Treibstoffpreise recht oft fehlerhaft (z.B. weil die Mehrwertsteuer übersehen wurde, oder weil sie eben schon veraltet sind).

Folgende Hinweise:

– Bei der Anreise aus Deutschland kann man hier und in Österreich einen Tick günstiger volltanken als in Deutschland und auch in Italien. Aber Achtung: bei den größeren österreichischen Flughäfen, d.h. insbesondere Graz (LOWG), Salzburg (LOWS) und Innsbruck (LOWI) ist Avgas teurer und liegt preislich sogar über den meisten deutschen Plätzen. Ganz am unteren Ende der österreichischen Preisskala hingegen liegt meist der Flugplatz Hohenems (LOIH), der insofern sehr geeignet ist für diejenigen, die beim Weg nach oder aus Italien ohnehin an der Bodenseeregion vorbeikommen. Er gibt dort übrigens auch immer unschlagbar günstiges Mogas, allerdings nur mit 95 Oktan, so dass dies eigentlich nur für Rotaxe in Frage kommt. Außerdem ist die Piste kurz. In z.B. Zell am See (LOWZ) ist Avgas 100LL meist etwas teurer als in Hohenems; dafür gibt es dort Mogas mit 98 Oktan, wodurch man ggf. ein wenig sparen kann. Zu bedenken ist aber dort die recht hohe Platzhöhe, und die Piste ist ja auch nicht allzu lang. Schärding-Suben (LOLS) ist preislich meist auch noch recht gut.

– In der Schweiz ist Avgas allgemein nur selten günstiger als in Italien. Derzeit liegt es im Schnitt zwischen ca. 2,60 bis 3,40 Franken, was – jetzt wo der Kurs des Franken bei grob gesagt ca. 0,92 Euro liegt – geringfügig mehr als dem selben Betrag in Euro entspricht. Zu beachten ist außerdem immer, dass natürlich die Landegebühren in der Schweiz eher hoch sind. Außerdem – und das ist viel problematischer – muss man bei einem Tankstopp in der Schweiz (zumindest auf italienischer Seite, siehe dazu den Abschnitt „Zoll“) davor und danach auf einem Zollplatz landen, wovon es in Italien nicht viele für die GA gibt. Daher sollte man in der Schweiz eher nur dann tanken, wenn man ohnehin eine richtige Reiseetappe dort machen will. Mogas gibt es in der Schweiz mittlerweile an einigen kleineren Plätzen (z.B. Speck LSZK, Yverdon LSGY und Birrfeld LSZF), preislich meist ähnlich wie in Deutschland. Auch UL91 gibt es an einigen Plätzen (Lausanne LSGL, Sion LSGS, Triengen LSPN), welches meist geringfügig günstiger ist als 100LL.

– Eine andere Alternative ist beim Flug nach Italien über die klassische Rhônetalroute natürlich ein letzter Tankstopp in Südfrankreich, z.B. in Cannes-Mandelieu LFMD, weil das Avgas dort problemlos (auch mit Kreditkarte) verfügbar ist und auch immer noch günstiger ist als fast überall in Italien. Gerade auch vor einem Flug nach Sardinien lohnt sich meist das Volltanken auf Korsika (auf Sardinien ist Avgas nicht nur teuer, sondern auch rar). UL91 gibt es ganz im Südosten Frankreichs nur in Carpentras (LFNH) und in Gap-Tallard (LFNA). 98er Mogas ohne Ethanol gibt es z.B. in Cuers LFTF. Allerdings ist der reine Preisvorteil beim Avgas in Frankreich gegenüber Italien letztlich doch nicht riesig, so dass man sich fragen sollte, ob sich ein Extra-Tankstopp (ggf. sogar mit Umweg) wirklich lohnt. Wenn man hingegen ohnehin durch Frankreich fliegen will, sollte man soweit es geht natürlich noch mal volltanken. Aktuell liegt Avgas 100LL in Frankreich meist zwischen ca. 2,50 und 2,90 Euro. Der große Vorteil in Frankreich liegt wie gesagt vor allem in der besseren Verfügbarkeit als in Italien.

– In Kroatien ist Avgas mit ca. 2,80 Euro pro Liter mittlerweile nicht mehr so signifikant günstiger als in Italien. Dazu kommt, dass die meisten kroatischen Plätze mit Avgas mittlerweile bei den Gebühren extrem zulangen. Zwar gibt es teilweise Vergünstigungen bei reinen „technical landings“, aber wenn man die Gebühren und den etwaigen Umweg berücksichtigt, dann lohnt es sich nicht wirklich. Wenn man aber ohnehin vor oder nach einem Italien-Aufenthalt noch eine Etappe in Kroatien geplant hat, dann sollte man soweit möglich natürlich eher in Kroatien als in Italien tanken.

– Alternativ zu Kroatien ist für einen Tankstopp das slowenische Portoroz (LJPZ) noch zu empfehlen. Hier kostet der Liter Avgas derzeit (Frühling 2026) nur ca. 2,45 Euro und der Service ist perfekt, bei einer noch moderaten Landegebühr von zwischen 20 und 40 Euro (je nach MTOW). Es gibt einen kleinen AOPA-Rabatt. Auch einige andere slowenische Plätze liegen beim 100LL preislich ähnlich, so dass sich auch diese für einen Tankstopp (z.B. wenn man die Alpen ohnehin östlich umfliegt) lohnen.

– Montenegros Flughäfen Tivat (LYTV) und Podgorica (LYPG) waren ganz früher mal Geheimtipps für sehr günstiges Avgas-Tanken. Das ist aber schon lange vorbei; an beiden Plätzen gibt es seit Jahren leider keinerlei Avgas 100LL mehr, und auch kein Mogas.

– Hier und da gibt es aber auch in Italien vergleichsweise recht günstiges Avgas. Meist sind das direkt von BP betriebenen Tankstellen, als da wären: Aosta (LIMW), Siena (LIQS), Genua (LIMJ) und Florenz (LIRQ). Oft liegt 100LL dort preislich sogar geringfügig unter dem Niveau von z.B. Kroatien, Frankreich und Österreich. Sich vorher zu informieren lohnt sich also. (Hinweis: leider ist von den genannten Plätzen, was die Landegebühren angeht, nur Aosta (LIMW) relativ günstig; die anderen eher teuer bis sehr teuer). Auch Trento (LIDT) ist meist sehr günstig. In der Mitte Italiens ist L’Aquila (LIAP) ein Platz, wo 100LL meist zumindest nicht allzu teuer ist.

– Sehr teuer ist Avgas in Italien hingegen generell auf den Inseln, also Elba, Sizilien und Sardinien; in Cagliari werden frecherweise schon – wie in einem Dritte-Welt-Land – über 4 Euro aufgerufen. Auf Elba sind es ca. 3,94 Euro. in Palermo Bocca di Falco 3,60 Euro. Auf Pantelleria, Lampedusa und in Palermo Punta Raisi sollen es sogar 4,50 Euro sein. Genauso übrigens in Foggia. Hier sollte man sich wenn möglich vorab Alternativen überlegen.

Mehr zum Thema Treibstoffverfügbarkeit (Avgas/Mogas) in Italien:

– Bei der Planung aufmerksam das Aerodrome Directory der AIP bzw. des Jeppesen studieren. AVGAS 100LL wird im Jeppesen mit „F-3“ abgekürzt.

-UL91 gibt es in Italien bisher nur in Bari (LIBD) und in Albenga (LIMG).

– Viele Tankstellen haben fest definierte Öffnungszeiten; diese sind in aller Regel in der AIP bzw. im Jeppesen angegeben. Diese Zeiten sind unbedingt zu beachten (Stichwort: Mittagspause!). In anderen Fällen ist der Sprit praktisch „PPR“, d.h. man muss das Tankvorhaben vorab mittels einer in AIP / Jeppesen angegebenen Telefonnummer anmelden.

– In der AIP steht hier und da ein Verweis wie „aeroclub only“ oder „emergency only“, und zwar besonders bei kleinen, von Vereinen betriebenen Plätzen. So etwas bedeutet, dass zwar eine Zapfsäule vorhanden ist, meist aus steuerlichen oder administrativen Gründen aber kein Treibstoff an Fremde verkauft, sondern nur für den Eigenbedarf des Aeroclubs verwendet werden darf. Es ist nämlich so, dass man in Italien zum Verkaufen von Treibstoff ein entsprechendes Gewerbe und eine entsprechende Lizenz benötigt. Außerdem geniessen Aeroclubs in Italien beim Sprit Steuervergünstigungen, welche natürlich nicht an Externe weitergegeben werden sollen. In so einem Fall heißt es vorab anrufen und freundlich fragen, ob man am Tag seiner Ankunft ausnahmsweise einmal z.B. 100 Liter erstehen könnte. Oft ist die Antwort dann: „Ja!“. Dies handhabt allerdings jeder Aeroclub unterschiedlich. Von „gar kein Problem“ über „das kriegen wir schon irgendwie geregelt“ bis „völlig unmöglich“ kommt alles vor. Daher im Zweifel immer vorher den entsprechenden Platzbetreiber bzw. Aeroclub anrufen und fragen, ob AVGAS („benzina avio“) vorhanden ist und vor allem, ob dieses auch „per esterni“ zu haben ist. Rechnen Sie auch damit, dass man Ihnen so etwas antwortet wie: „wir können Ihnen zwar welches geben, allerdings nur inoffiziell und ohne Rechnung“ (was bei Flügen mit dem eigenen Flugzeug ja kein Problem darstellen dürfte). Dabei gleich Öffnungszeiten der Tankstelle, Preis sowie Zahlungsmodalitäten klären. Keine Angst, die Italiener sind zu allermeist sehr freundlich und hilfsbereit!

­ Die AIP-Angaben schon während der ersten Flugplanungen sofort mit den aktuellen NOTAMs des Platzes vergleichen. Manchmal steht nämlich in AIP, dass es Avgas gibt; dies wird dann allerdings in einigen Fällen per (Dauer)-NOTAM wieder aufgehoben. Auch deshalb beim Briefing immer auch NOTAMs berücksichtigen, die älter als 90 Tage sind!

– Insbesondere im Süden des Landes ist die Versorgung mit 100LL relativ schlecht. Südlich von Neapel gibt es (abgesehen von Sizilien und Pantelleria) Avgas nur noch in Reggio Calabria (LICR) und am Aviosuperficie SibariFly (LINV); an der Ostküste gibt es Richtung Süden Avgas nur noch in Foggia (LIBF, hat allerdings extrem hohe Gebühren und sehr hoher Literpreis), in Bari (LIBD), in Brindisi (LIBR), auf vorherige Anfrage in Lecce-Fondone, sowie vielleicht in kleinen Mengen und auf vorherige Anfrage auf dem Aviosuperficie Corte LINB (südlich von Lecce).

Weitere Alternativen für Süditalienflieger im nahen Ausland: Dubrovnik (Kroatien), Korfu (Griechenland) oder Malta, wobei das Avgas in Korfu und mittlerweile auch in Malta teuer sind, und außerdem alle drei Plätze leider mittlerweile auch sehr hohe (deutlich dreistellige) Landegebühren haben, so dass das tanken dort nur dann Sinn macht, wenn man ohnehin im Rahmen einer Rundreise dorthin möchte. In Malta ist Avgas mittlerweile sogar extrem teuer!

Mein Tipp für das Tanken ganz im Süden Italiens ist mittlerweile das Aviosuperficie Sibari (LINV). Dort ist wirklich ein ganz feiner Platz entstanden und es gibt es eben jederzeit problemlos Avgas 100LL (für süditalienische Verhältnisse mit ca. 3,40 Euro pro Liter nicht extrem teuer), Jet-A1 und Mogas. Dazu keine Gebühren und (aviosuperficie-typisch) nur wenig Formalitäten). Auch ein Leihwagen wird dort mittlerweile angeboten, so dass man aus einen Tankstopp auch eine richtige Etappe machen kann. Dem Flugplatzchef gehört direkt in der Nähe übrigens auch ein Ferienresort am Strand („Club Nature Village“), wo wohl für Piloten immer Platz ist (aber nur in den Sommermonaten geöffnet).

Wer es reichweitenmäßig schafft, tankt bei Süditalienreisen am besten auf Korsika oder im kroatischen Brac (LDSB).

– Selbst im Norden Italiens aber gibt es vielerorts kein Avgas mehr. Bei einigen kleinen Plätzen aus den oben genannten Gründen; aber auch viele große Plätze haben keins mehr, denn sie haben keine Interesse an kleinen Kolbenfliegern. Einige in den letzten Jahren hinzugekommene Beispiele: Mailand-Linate (LIML), Bologna (LIPE), Bergamo (LIME).

– Möchte man in Italien (oder auch generell) direkt nach der Landung tanken (was immer dringend empfohlen ist), dies dem Betriebsleiter bzw. dem Turm oder dem Handling Agent am besten gleich beim Abrollen von der Piste (oder gar schon während des Anflugs) mitteilen, um Wartezeiten zu vermeiden. Dabei immer betonen, dass man AVGAS („benzina avio“) braucht, damit man nicht zum falschen Platz gelotst wird, bzw. der falsche Truck kommt.

– Zum Thema „zollfrei tanken“: Bevor man aus der Europäischen Union ausfliegt (z.B. nach Bosnien, Albanien, Montenegro, Nordafrika oder vor allem in die Schweiz) kann man an den italienischen Flughäfen grundsätzlich steuer- und zollfrei tanken. Leider sind hier meine Erfahrungen etwas begrenzt. In jedem Fall gibt es in der Praxis damit häufig Probleme, zumal steuer- / zollfreies Tanken an einigen Plätzen grundsätzlich nicht möglich ist. Wichtig ist auch, dass Sie ihren Wunsch vor dem Tanken kundtun. Oftmals muss das Zollpersonal sogar während der Betankung selbst vor Ort sein, damit man in den Genuss der zollfreien Sprits kommt. Es wird außerdem als Beweis, dass man aus der EU ausfliegt, ein aufgegebener Flugplan gefordert. Manche „Spezialisten“ machten es in der Vergangenheit z.B. beim Heimflug nach Deutschland so, dass Sie einen Flugplan in die Schweiz aufgaben und diesen dann in der Luft änderten. Von dieser Praxis rate ich allerdings grundsätzlich ab, zumal wohl gelegentlich auch im Nachhinein noch eine Kopie der Landegebührenquittung für den Landeort außerhalb der EU angefordert wird. Aber wie gesagt, das mit dem Zollfreien Tanken klappt leider nur an ganz vereinzelten Plätzen. Z.B. ist es in Albenga (LIMG) und in Aosta (LIMW) leider gar nicht mehr möglich. Es ist also leider ganz weitgehend vorbei damit. Sollte jemand noch andere Erfahrungen machen, wäre ich für solche heißen Tipps natürlich sehr dankbar! 🙂

– Nutzen Sie bei Ihrer Spritplanung unbedingt auch die (in der AIP gar nicht enthaltenen) Aviosuperfici, denn die Zahl derer, die AVGAS haben, wächst tendenziell noch. Informationen erteilt der Avioportolano bzw. ein Anruf beim Betreiber de Platzes. Es ist aber zu bedenken, dass viele Aviosuperfici relativ kurze Graspisten haben und insbesondere Starts mit vollen Tanks – je nach Flugzeugtyp – möglicherweise riskant sind. Preislich ist Avgas auf diesen Plätzen allerdings eher nicht günstiger. Der Vorteil liegt eher darin, dass es in der Regel keine Landegebühren gibt und außerdem alles meist schneller, freundlicher und unbürokratischer abläuft. Allerdings kann man auf diesen Plätzen den Treibstoff teilweise nur in bar und / oder „ohne Rechnung“ bezahlen.

Als Beispiele für „Avgas-Aviosuperfici“ mit Asphaltpisten (500 Meter und mehr) bzw. großzügig bemessenen Graspisten (600 Meter und mehr) seien genannt:

Sondrio (LILO, nördliche, Lombardei)
Castelnuovo Don Bosco (LILF) (bei Asti / Piemont)
Spessa – La Speziana (südlich von Mailand)
Mazzè – Il Falco (LIFM) (Nähe Turin)
Montagnana (westlich von Padova) – vorher freundlich anfragen!
Ozzano Emilia (LIKO (bei Bologna) – Automat mit Bargeld! siehe: http://www.flyozzano.com/en/fueling
Molinella (bei Bologna)
San Mauro (Nähe Udine)
Rivoli di Osoppo (LIKH Nähe Udine) – Automat
Serristori (LIQQ, zentrale Toskana)
Sansepolcro (LIQF, südöstliche Toskana) – Spritbedarf vorher anmelden
Fiano Romano (nördlich von Rom)
Fly Roma (östlich von Rom)
Sabaudia (LISB) (zwischen Rom und Neapel)
Alituscia (nordwestlich von Rom) – Automat mit Bargeld, aber eher nur für Mitglieder
Terni (LIIA, südliches Umbrien) – Automat!
SibariFly (LINV) – (Ionische Küste Kalabriens)
Salemi (westliches Sizilien) – vorher anfragen!
Aviosuperficie Corte / Maglie (LINB) (südlich Lecce) – vorher anfragen!
Lecce-Fondone (LINK) – vorher anfragen! Caorle (LIKE, obere Adria) – vorher klären, ob und von wem ggf. Sprit verkauft wird
San Marino-Torraccia (LIKD) (bei Rimini)
Aviosuperficie Celano (zw. Rom und Pescara) (vorher anmelden, nur kleine Mengen)
Mantova-Curtatone (östliche Lombardei)

– Wie oben schon angedeutet, ist der Preis für Avgas in Italien noch uneinheitlicher als z.B. in Deutschland. Daher lohnt es sich (so gut es eben geht) im Vorwege den Preis in Erfahrung zu bringen.

2) AUTOSUPER / BLEIFREI / „MOGAS“ (italienisch: „benzina verde“)

Mogas findet man praktisch an keinen der großen Aeroporti. Bei den kleineren Aeroporti werden es immerhin langsam immer mehr, die es anbieten. Als Beispiele seien genannt: Biella LILE, Trento LIDT, Thiene LIDH, Carpi LIPU, Pavullo LIDP, Cremona LILR, Belluno LIDB, Padova LIPU, Torino LIMA, Milano-Bresso LIMB, L’Aquila LIAP, Valbrembo LILV, Padua LIPU und Elba LIRJ. Im Jeppesen Airway Manual ist Autosuper übrigens mit „F-6“ abgekürzt. Auch auf den Aviosuperfici und Campi di Volo findet man häufig Mogas.

Aber Vorsicht: was an italienischen Plätzen als „benzina verde“ verkauft wird, ist in der Regel eben nur normales Tankstellenbenzin. Heißt also: nur 95 Oktan und wahrscheinlich ethanolhaltig. Also: für Rotax-Motoren etc. meist OK, aber mit Lyco- oder Conti-angetriebenen Flugzeugen sollte man (selbst wenn der Flieger eine Mogas-Zulassung hat) besser stets 100LL tanken.

Und: nur relativ selten aber gibt es an den Aviosuperfici und Campi di Volo eine „richtige“ Tankstelle für Mogas (in diesem Fall ist z.B. im Avioportolano ein grünfarbiges Tankstellensymbol verzeichnet). Der Preis liegt meist bei ca. 1,90 bis 2,60 Euro. Auch wenn wir hier von „Tankstelle“ reden, sind dies selten professionell betriebene Einrichtungen, die mit festen Öffnungszeiten, Rechnung und usw. operieren, sondern meist handelt es sich um „private“ Pumpen kleiner UL-Vereine, die aber meist auch bereitwillig (inoffiziell) Benzin an Gäste verkaufen. Das bedeutet aber auch, dass man nach der Landung oft erstmal jemanden finden muss, der die Tankstelle bedienen kann und man unter Umständen etwas Verständigungsprobleme hat. Am besten, man prüft und klärt diese Dinge vorab.

Immer sehr günstiges Mogas im grenznahen Ausland findet man wie oben schon angedeutet z.B. beim Flug von oder nach Deutschland im österreichischen Hohenems (LOIH); allerdings wird auch dort keine Ethanol-Freiheit garantiert. In Zell am See (LOWZ) ist das der Fall; dort ist das Mogas aber auch etwas teurer.

An folgenden italienischen Aviosuperfici gibt es eine „richtige“ Mogastankstelle:

Castelnuovo Don Bosco (LILF, bei Asti / Piemont)
Boglietto – Costigliole d’Asti (südlich von Asti/Piemont) – vorher anfragen! Spessa – La Speziana (südlich von Mailand)
Mazzè – Il Falco (LIFM) (Nähe Turin)
Montagnana (westlich von Padova) – vorher freundlich anfragen!
Ozzano Emilia (LIKO) (bei Bologna) – Automat mit Bargeld! 100ROZ, ethanolfrei! Siehe http://www.flyozzano.com/en/fueling/
Molinella (bei Bologna)
Al Casale (LIPT) (Nähe Udine)
San Mauro / Fly & Joy (Nähe Udine)
Rivoli di Osoppo (LIKH) (Nähe Udine) – Automat
Serristori (LIQQ) (zentrale Toskana)
Sabaudia (LISB) (zwischen Rom und Neapel)
Terni (LIIA) (südliches Umbrien) – Automat! 100ROZ
Salemi (westliches Sizilien)
Caorle (LIKE) (Obere Adria)
Valdera (LIAT) Nähe Pisa)
Mezzana Bigli/Nando Groppo (südlich von Mailand)
San Marino-Torraccia (LIKD) (Nähe Rimini)
Pantano – Pignola (Nähe Potenza) – Dichtehöhe beachten!
Aviosuperficie Falcone / Lavello – (ca. 25 Meilen südöstlich von Foggia)
Celsetta (nördlich von Rom)
SibariFly (LINV) (Ionische Küste Kalabriens)
Nettuno-Arma (zwischen Rom und Neapel)
San Stino di Livenza (nordöstlich von Venedig)
Cotronei – Aviosuperfice Franca (in den Bergen Kalabriens)
Alituscia (nordwestlich von Rom) – Automat mit Bargeld
Mantova-Curtatone (östliche Lombardei) – 100ROZ

An anderen Aviosuperfici und Campi di Volo hingegen gibt es zwar keine Tankstelle, was aber nicht heißt, dass man gar kein Benzin bekommen kann. Im stark durch Ultraleichtflug geprägten Italien ist es nämlich das normalste der Welt, die Flugzeuge per Kanister zu betanken. In der Regel ist nämlich die nächste Autotankstelle nicht weit. In diesem Fall sind am Flugplatz meist irgendwo Kanister zu leihen und irgend jemand wird auch ganz sicher das Auto für den kurzen Transport zur Verfügung stellen (in solchen Fällen ist im Avioportolano ein grünfarbiges Kanistersymbol verzeichnet). Verbraucht Ihr Flieger weniger nur ca. 20 Liter pro Stunde (=Rotax, Jabiru, Limbach, etc.), kann das eine Alternative sein. Wenn man einen Lyco/Conti hat, bitte immer die absolute Premium-Sorte kaufen! Bei diesen ist das Ethanolrisiko am geringsten. Kosten dann gemäß der Tankstellenpreise, also ca. 1,90 Euro pro Liter Premiumbenzin. Eventuell ist dann, auch wenn nicht eingefordert, eine kleine Spende für den Taxiservice der Leute vom Platz angebracht. An größeren Aeroporti ist es eher unwahrscheinlich, dass man die Erlaubnis erhält, volle Kanister von draußen auf die Airside zu bringen, aber man kann es mit Verweis darauf, dass 100LL nicht geeignet sei, trotzdem versuchen.

Und hier noch ein großer Tipp, insbesondere für die Rotax-Gemeinde: es gibt in Italien auch ein paar Plätze, wo eine normale Straßentankstelle quasi direkt angrenzt, sprich wo diese wirklich nur maximal 100 Meter vom Abstellplatz entfernt ist, so dass man dort den Treibstoff zur Not auch ganz ohne Fahrzeug, Sackkarre, etc. zum Flieger tragen kann (so lange man mindestens einen Kanister hat). Das hat dann nicht nur den Vorteil, den maximal günstigen Preis zu bezahlen, sondern man ist (mit funktionierender Kreditkarte) komplett unabhängig von anderen Personen. Diese mir bekannten Plätze lauten (von Nord nach Süd geordnet):

– Casale Monferrato (LILM) (Po-Ebene)
– Fly Roma (östlich vom Rom)
– Palermo-Boccadifalco (LICP) (Sizilien)

Sie sehen also, wer einen Rotax-Flieger mit halbwegs gute Reichweite hat, kann von Deutschland durch ganz Italien bis nach Sizilien fliegen, ohne auch nur auf eine einzige richtige Flugplatztanke angewiesen zu sein 🙂

3) JET A-1 / DIESEL

Jet A-1 gibt es praktisch an allen größeren Flughäfen sowie an einigen Aeroclubflugplätzen und an ein paar Aviosuperfici; Der Liter kostet (voll versteuert) meist ca. 1,70 bis 2,40 Euro, womit es spürbar günstiger ist wie in Deutschland. Dies kompensiert zumindest auf gewisse Weise die speziell auf den italienischen Großflughäfen teils sehr hohen Gebühren.

Allerdings ist es an vielen mittelgroßen und großer Flughäfen so, dass bei Abnahmen kleinerer Mengen (unter meist 500 Liter) ein pauschaler „Mindermengenzuschlag“ von ca. 50-100 Euro hinzukommt. Oder schlicht eine entsprechende „Betankungsservicepauschale“, unabhängig von der Menge. Letztendlich ist der Literpreis dann also meist spürbar höher. An kleineren Plätzen gibt es diese Zuschläge nicht, dafür ist der reine Literpreis höher. Sehr teuer ist Jet-A1 auf Elba (knapp drei Euro).

Auf der andere Seite kann man mit der richtigen Tankkarte hier und da (an einigen Großflughäfen) auch mal für knapp über einen Euro an Jetfuel kommen. Das ist natürlich vor allem auch für die durstige Turboprop-Fraktion attraktiv. Hier lohnt es sich, sich vor genau zu informieren.

Aber: es sei gesagt, dass man in einigen an Italien angrenzenden Ländern generell eher noch günstiger als in Italien Jetfuel tanken kann. Dies gilt insbesondere für Kroatien und Slowenien (ca. 1,60 Euro pro Liter), aber eigentlich generell für die östlich angrenzenden Länder. Alles meist ohne Minimum Fuel Surcharge. Ganz besonders günstig (ca. 1 Euro) ist übrigens Malta; leider sind dort die Lande- und Handlinggebühren mittlerweile sehr hoch.

Aber zumindest im Vergleich mit Deutschland ist Jet-A1 meist auch in Österreich, der Schweiz und Frankreich günstiger, so dass man bei einem Trip nach Italien durch geschicktes Tanken ggf. noch etwas sparen kann.

Ansonsten gelten grundsätzlich überwiegend dieselben Tipps wie im Abschnitt über AVGAS.

Diesel kann man in Italien an keinem Flugplatz (einzige Ausnahme: Trento LIDT) bekommen, aber natürlich an einer möglicherweise nahe gelegenen Autotankstelle (ca. zwei Euro pro Liter), was für Flieger mit kleinem Centurion-Motor oder Austro-Motor zumindest eine Notlösung sein kann.

Allgemein

Allgemein gibt es an den Aeroporti in Italien nur sehr wenige Self-Service-Tankstellen, sondern die Betankung muss in der Regel vom Personal vorgenommen werden. Das gilt sicher für die großen Airports, aber auch für die meisten kleinen „GA-Aeroporti“. Daher: versuchen Sie, falls erstmal keiner kommt, gar nicht erst, die Tanke selbst in Gang zu bringen (es sei denn es ist eindeutig eine Self-Service-Tanke; bei diesen muss man aber ohnehin zunächst eine Kreditkarte o.ä. validieren). Denken Sie daran, spätestens beim Rollen nach der Landung per Funk den Tankwagen anzufordern, oder, wenn es sich um eine fixe Tankstelle handelt, das Personal hierfür anzufordern.

Damit verbunden: Das Tanken an „Airline-Airports“ ist in Italien meist mit dem latenten Risiko verbunden, Zeit zu verlieren. Dort ist es nämlich so, dass in der Regel nur eine begrenzte Tankcrew gibt. Und wenn diese mit einem Airliner beschäftigt ist, oder gar danach noch zwei weitere warten, kann es schon mal ein bis zwei Stunden dauern, bis man Sprit bekommt. Da wird natürlich klar priorisiert. Auch der Bezahlvorgang ist manchmal sehr bürokratisch und daher lahm. Heißt also: speziell wenn man es eilig hat, (z.B. weil man noch weiter muss und es sich nur um einen Tankstopp handelt), ist es oft sicherer, einen „reinen“ GA-Platz anzufliegen. Bei Letzteren gibt es wegen des Tankens praktisch nie außergewöhnliche Verzögerungen (es sei denn man landet während der Mittagspause des Tankwarts:-)).