
Fliegen in den Alpen – eine der höchsten Disziplinen in der Fliegerei überhaupt und immer wieder ein spannendes, aufregendes und manchmal gar majestätisches Erlebnis. So richtig Alpenfliegen kann man in Frankreich, der Schweiz, Österreich und natürlich in Italien.
Eine tolle Einstimmung auf das Fliegen in den italienischen Alpen gibt dieses Video.
An dieser Stelle sollen alle normal zugänglichen Flugplätze im italienischen Alpenraum vorgestellt werden. Genauer gesagt soll hier nicht auf die teilweise höchst anspruchsvollen Altiports (z.B. Meggiana, San Genesio, Locher) eingegangen werden, da diese teils privat sind und außerdem eine spezielle Schulung erfordern (welche man übrigens beim Aeroclub Bozen absolvieren kann). Vielmehr sollen hier die zwar mehr oder weniger in Tallage, aber zumindest inneralpin gelegenen Flugplätze aufgeführt werden. Plätze, die lediglich am Fuße der Alpen liegen, wie z.B. Turin oder Bergamo machen hier natürlich keinen Sinn, sondern lediglich solche, wo man „mitten drin statt nur dabei“ ist. Natürlich muss man bei den kleinen GA-Plätzen in den Wintermonaten ggf. damit rechnen, dass sie nicht nutzbar sind, auch jene mit Asphaltpisten (Schnee und Eis!). Auf der anderen Seite können zu allen Jahreszeiten z.B. zu starke Winde (Stichwort: Föhn“) den Anflug unmöglich machen. Vorsicht ist also stets in besonderem Maße geboten.
Starten möchte ich in den Westalpen und mich dann Richtung Osten „vorarbeiten“.
Vaie-Valsusa
Dieser erste Platz liegt in den piemontesischen Westalpen, ca. 40 km westlich von Turin im Val di Susa. Er ist allerdings nur ein „Campo di Volo“, also nur für ULs zugelassen. Außerdem ist die Graspiste nur 360 Meter lang; somit ist ohnehin für kaum ein größeres Flugzeug geeignet. Dennoch soll er hier aufgeführt sein, für alle diejenigen, die einmal mit dem UL hier entlang kommen. Der Platz liegt mitten im Tal, direkt neben dem Fluss Dora und der Autobahn. Keine Landegebühr. Der Ort Vaie liegt gut einen Kilometer entfernt. Infos im Avioportolano oder im Web (www.vaievola.it). Darüber hinaus gibt es in den italienischen Westalpen leider keinen weiteren Flugplatz.
Aosta (LIMW)
Schon nicht mehr ganz zu den Westalpen gehört das Aostatal, wo sich der gleichnamige, gut ausgebaute Verkehrslandeplatz befindet. Anflug sehr schön. An- und Abflug sollten wegen der umliegenden hohen Berge natürlich gut geplant ein. Beim Anflug auf die 27 und den Abflug auf der 09 darauf achten, dass dieser leicht „abgewinkelt zu erfolgen hat, weil dort im kurzen Endanflug ein Gefängnis und damit einhergehend ein LI-P ist. Auch etwas westlich der Piste gibt es ein Gebiet (Military Firing Area), das aber nur per NOTAM (und auch in der Regel nur wochentags) aktiviert wird.
Hier gibt es eine Asphaltbahn, Treibstoff (Avgas und Jet) und Platz zum Parken (auch im Winter keine Einschränkungen). Das Avgas (BP) ist meist für italienische und sogar für gesamteuropäische Verhältnisse relativ günstig. Es gibt Zollmöglichkeit; leider gibt es aber (bei Ausflug Richtung Schweiz) keine Möglichkeit mehr, steuerfrei zu tanken. Ein Café oder Restaurant gibt es nicht mehr am Platz, allerdings ist 100 Meter weiter ein CONAD-Supermarkt, in dem es auch ein Restaurant gibt (sonntags geschlossen).
Es gibt auch IFR-Anflüge (die allerdings nur mit besonderer Genehmigung geflogen werden dürfen). Die Gebühren sind mit ca. 50 Euro gerade noch vertretbar; wenn auch für solch einen reinen GA-Platz einen Tick zu hoch, insbesondere für reine Tankstopps. Der Platz ist insbesondere bei Flügen von und in die Schweiz als Zollstopp eine gute Option, zumal die Voranmeldung dafür quasi automatisch durch den Flugplan erfolgt (bei Zollabfertigung gibt es allerdings zusätzlich eine moderate Extra-Gebühr und das ganze Prozedere wird noch etwas länger, weil sich die Guardia di Finanza vor Ort meist unerhört viel Zeit lässt).
Auch für einen ausgiebigen Besuch des oberen Aosta-Tals (z.B. zum Skifahren) ist der Platz ohne Alternative. Es gibt einen Mietwagen-Schalter direkt am Platz (Locauto, Enterprise), aber auch dort sollte man vorab reservieren; sonntags geschlossen. Wer nur nach Aosta-Stadt möchte, kann auch einen Linienbus nehmen (für die Haltstelle vor zur Hauptstraße und dann 200 Meter nach Osten zu dem Autohändler). Ein Taxi ist aber auch nicht allzu teuer. Die Stadt ist recht sehenswert, es gibt ein paar Sehenswürdigkeiten aus römischer Zeit. Wer (z.B. zum Skilaufen) nach Cervinia möchte, muss mit einem Taxi eine Stunde und 100 Euro einplanen. Es gibt aber auch etwas nähere Skigebiete. Hangarplätze für Gäste sind vorhanden!
Masera (Domodossola) – „Chavez Marini“
Wiederum im Piemont, aber schon wieder etwas weiter östlich liegt in der Provinz Verbania das Städtchen Domodossola und der dazugehörige Flugplatz, der meist unter dem Namen „Masera“ oder auch „Chavez Marini“ zu finden ist. Es handelt sich um ein Aviosuperficie, es können hier also sowohl ULs als auch „normale“ Motorflugzeuge landen. Es gibt eine 600 Meter lange, relativ schmale Asphaltpiste. Nach 4x Klick auf der Platzfrequenz gibt es eine automatische Windansage. Keine Landegebühr. Domodossola liegt südlich des Simplonpasses, daher kommt man auch hier bei Flügen aus bzw. in Richtung Schweiz direkt vorbei (leider aber hier mangels Zoll keine Einreise möglich). 500 Meter vom Platz entfernt liegt ein Agriturismo, wo man sehr günstig essen und schlafen kann (www.agriturismomoonlight.it). Etwas weiter entfernt (und damit nicht fußläufig erreichbar) ist außerdem das Agriturismo-Restaurant „Al Divin Porcello“ (www.divinporcello.it) welches aber von der Szenerie her noch schöner ist. Auch die „Trattoria Vigezzina“ ist fußläufig erreichbar und hat einen guten Ruf.
Samólaco (A.V.L.U.)
Ein kleiner UL-Platz nördlich des Comer Sees, auf halbem Weg Richtung Chiavenna und Malojapass. Wir sind also schon in der Lombardei. Die Graspiste ist 420 Meter lang und ohne Hindernisse. Am Platz nur ein ganz kleines Clubhaus des lokalen Clubs A.V.L.U. und ein paar Hangars. Selbstverständlich keine Landegebühr. Der Chef und lokale UL-Fluglehrer, Vitaliano Canclini, ist sehr gastfreundlich. Tolle Lage!
Sondrio – Caiolo (LILO)
Dies ist ein gut ausgebauter (allerdings als Aviosuperficie und nicht als Aeroporto klassifizierter) Landeplatz, ebenfalls in der oberen Lombardei, genau gesagt im Valtellina, nur einen Gebirgszug südlich der Schweiz. Um es anders zu sagen: Von der Nordspitze des Comer Sees fliegt man gute 10 Minuten in Richtung Osten und man ist da. Es ist PPR erforderlich, am besten einen Tag vorher. Die Asphaltpiste ist großzügige 1000 Meter lang. Wenn man unter der Woche landet gibt es hier eine Landegebühr (10 Euro pro Tonne); wochenends keine. Ganz generell kann man mit reichlich Vorlauf (48h) hier sogar Zoll machen, was dann allerdings gesondert kostenpflichtig ist; außerdem muss der Flugplatzchef bei jeder Zollkontrolle vor Ort sein. Im Winter muss man unter Umständen damit rechnen, dass die Piste vereist ist, da sie zu dieser Zeit wegen der umliegenden Berge nie in die Sonne kommt. Es gibt Avgas 100LL und Jetfuel; auch für Gäste. Mogas kann besorgt werden. Im Sommer kann man herrlich auf der Terrasse des Vereinsheims sitzen. Es gibt aber kein Restaurant. Man kann zu Fuß zum nahen Golfclub Valtellina gehen (die Straße dorthin hat aber keinen Bürgersteig) und ggf. dort zu Mittag essen. Der Ort Caiolo ist klein; es gibt dort aber ein Restaurant für gehobene Ansprüche das „Soltojo“. Sondrio liegt ca. sechs Kilometer entfernt, wohin man ein Taxi (Tel. 0039 338930 9397, 20-25 Euro) nehmen muss. Dort hat das Hotel Schenatti Sonderkonditionen für Piloten und bietet vor allem auch einen Shuttleservice an. Von Sondrio aus fahren im Winter Busse regelmäßig in nahegelegene Skigebiete. Ab dem Bahnhof von Sondrio bietet sich außerdem die Möglichkeit, mit einer schönen Zugfahrt in nur 34 Minuten nach Colico an der Nordspitze des Comer Sees zu gelangen. E-Bikes leihen kann man z.B. bei „E-Motion“ in Ardenno.
Weitere detaillierte Infos zum Platz und der Umgebung finden Sie in einem Artikel im Bereich „Impressionen“, unter „Fotos/Reiseberichte“.
Lago d’Iseo / Costa Volpino
Ganz am nördlichen Ende des Iseosees, also schon mitten in den Bergamasker Alpen, gibt es diesen kleinen Flugplatz. Er wurde ca. 2010 als Campo di Volo eröffnet und 2019 sogar zu einem Aviosuperficie gemacht. Dabei ist es nur ein kleiner (500 Meter langer) und recht schmaler Streifen Gras und wenig mehr; daher auch für viele Motorflugzeuge eher nicht so sehr geeignet. Er wird von einer UL-Gruppe aus der Region betrieben und ist auch bei auswärtigen Piloten beliebt. Chef ist Gianni Bonafini, ein (freundliches) Urgestein der italienische UL-Szene.
Leider ist der Platz seit 2024 durch die Gemeinde Costa Volpino von der Schließung bedroht. Der Verein wehrt sich kräftig dagegen; es gibt auch eine Petition gegen die Schließung. Wie es wirklich weitergehen wird, weiß man noch nicht. Es ist aber so, dass aktuell der Status als Aviosuperficie bereits ruht; man kann den Platz daher aktuell nur noch mit UL nutzen. Hier finden Sie die Website des Vereins und des Flugplatzes, wovon es auch eine deutschsprachige Version gibt.
Am Platz gibt es nur ein einfaches Clubhaus mit Toilette und Espressomaschine. Außerdem aber kostenlose (schlichte) Fahrräder zum Leihen. Diese reichen, um nach Lovere zu fahren, dem nächsten hübschen Städtchen am See. Jeden Spätsommer gibt es dort übrigens ein großes Wasserflugfestival („Memorial Stoppani“).
Tonale
Dieser Flugplatz darf in einer solchen Aufzählung einfach nicht fehlen, auch wenn er leider genau genommen für „Normalpiloten“ nicht in Frage kommt (siehe weiter unten). Aber zunächst zur Info: Der Platz (Aviosuperficie in pendenza, außerdem nur „occasionale“, und daher in Skydemon „nur“ als Campo di Volo eingetragen) liegt nur ca. 1 km entfernt vom bekannten Passo del Tonale, welcher auf 1890 Metern liegt und eine wichtige West-Ost Verbindung zwischen oberer Lombardei und dem Trentino darstellt. Die Graspiste ist insgesamt 1100 Meter lang; die westlichen 700 Meter haben auch nur eine recht geringe Längsneigung. Von daher ist der Platz – je nach Flugzeug und Können des Piloten – durchaus machbar. Leider aber ist der Platz als „Aviosuperficie in pendenza“, also „Flugfeld mit Längsneigung“ klassifiziert und man benötigt für Motorflugzeuge genau genommen das MOU Rating, um auf solchen Plätzen landen zu dürfen (für ULer gibt’s das bekanntlich gar nicht). Außerdem gibt es im Trentino ein Gesetz, welches u.a. Landungen (auch von ULs) auf Höhen oberhalb von 1600 Metern MSL grundsätzlich verbietet. Dies betrifft auch diesen Flugplatz, d.h. hier dürfen einzig Piloten mit speziellen Genehmigungen landen. Es gibt ganz begrenzt Ausnahmegenehmigungen, die aber laut Gesetz nur Flugschulen aus der Region Trentino erhalten können; möglicherweise können in der Praxis auch ausländische Privat- bzw. UL-Piloten die Genehmigung erhalten. Hierzu muss man sich an die AFIS-Stelle des Flugplatzes Trento wenden; dieser hat seit einigen Jahren die betriebliche Hoheit über diesen Platz inne. Siehe diese Website.
Wenn man ohne Genehmigung hier dennoch landet, hat man laut Gesetz mit Strafen von 1000 bis 6000 Euro zu rechnen. Dennoch können sich einige dem Reiz dieses Platzes nicht entziehen. In diesem Fall sollte man aber nur kurz landen, einen Augenblick das unglaubliche Panorama genießen (Adamello Gruppe im Süden und die Ortlergruppe im Norden), ein Foto machen und zügig wieder starten ohne groß aufzufallen. Dies soll keinesfalls eine Ermutigung sein, hier zu landen. Ferner gibt es keinerlei Garantie für den Zustand der Bahn, es liegen zum Teil reichlich Steine herum! Im Winter (das heißt von Ende Oktober bis Ende April) liegt hier oft Schnee, der nicht geräumt wird. Einen Touch ’n go in Tonale zeigt dieses Video. Auch in diesem Video (aus 2023) ist ein ULer dort gelandet.
Campodenno – Termon
Dieser UL-Platz liegt auf halber Höhe zwischen Trento und Bolzano, im Nonstal und ist definitiv nur etwas für ULs mit einem entsprechend vorbereiteten Piloten. Die Länge beträgt 300m, die Platzhöhe 2297 Fuß und die Piste steigt Richtung West an – und endet dann mehr oder weniger direkt an einer Felswand. Ein Highlight für alle UL-Piloten. Keine Landegebühr. Sehr nette Leute hier und ein tolles Panorama vom Abstellplatz aus. An alle, die das erste mal nach Termon fliegen: Wie immer bei Plätzen mit stark ansteigendem Profil sollte man im Anflug nicht zu tief kommen oder zu langsam anfliegen! Infos auf der Website des dortigen Clubs (hier) oder im Avioportolano. Camping am Platz möglich. Es wird um kurze Voranmeldung gebeten.
Trento – Mattarello (LIDT)
Der Verkehrslandeplatz der Hauptstadt des Trentino. Ähnlich einfacher Anflug wie in Bozen. Ein verlässlicher Stopp mit allem was man so braucht (außer IFR und ggf. nötiger Zoll). Hotel und Restaurant am Platz. Geringe Gebühren (eine Landegebühr enthält übrigens für den Tag so viele Touch n Go’s wie man möchte) und für italienische Verhältnisse gute Treibstoffpreise. Einfach ein unkomplizierter, guter Platz mit tollem Bergpanorama. Die Stadt Trento ist nicht sehr weit (Taxikosten ca. 20 Euro) und man kann dort auch mal einen halben Tag verbringen. Insbesondere der Dom ist sehenswert. Mehr Details zu diesem Platz im Kapitel „Gardasee“.
Bolzano / Bozen (LIPB)
Der Regionalflughafen der Hauptstadt Südtirols, der 2020 etwas ausgebaut wurde und seit 2021 wieder etwas Linienverkehr hat. Dieser Platz hat als einziger in den italienischen Alpen IFR-Verfahren. Mittlerweile erfordern alle Arten der Instrumentenanflüge eine „Genehmigung“; teilweise kann man diese nach einem langen Briefing und langem Multiple Choice Test auch ohne weiteres Flugtraining erhalten, aber es ist mühsam. Infos dazu auf der Website des Airports. Die Anflüge haben aber auch allesamt recht hohe Minima, ist also wirklich nur Verfahren, um bei halbwegs gutem Wetter vom Cruise Level (FL150 Minimum!) etwas „geordnet“ ins Tal hineinzukommen.
VFR hingegen ist der Anflug relativ einfach und man braucht dafür keinerlei behördliche „Genehmigung“. Es ist aber beim Anflug von Norden kommend damit zu rechnen, dass man (je nach Flughöhe) erst sehr spät (z.B. unter Umständen erst nach Passieren des Punkts „November“ oder „Echo“) Funkkontakt mit Bolzano AFIS erlangt. Dazu kommt der Bozen und Trento großräumig umspannende „VFR Sector Adige“ (im Prinzip eine Art RMZ; siehe dazu das Kapitel „Luftraumstruktur“). In die Bolzano ATZ/RMZ werden genau genommen keine weiteren Flieger gelassen, solange ein IFR-Flieger an- oder abfliegt; daher kann es manchmal für den eigenen An- oder Abflug etwas Verzögerung geben. Noch etwas zum VFR-Anflug bzw. VFR-Abflug: nördlich des Platzes, über der City, befindet sich ein kleineres Flugsperrgebiet (LI-P79; geht vom Boden bis 1500 Fuß AGL); es ist beim Anflug auf die 19 und insbesondere beim Abflug auf der 01 Richtung Eisacktal gar nicht einfach, dieser auszuweichen. Es wird aber meines Wissens nicht geahndet, wenn man diese leicht streift.
Jetfuel gibt es jederzeit vom Airport Operator. Zwar ist der Literpreis zunächst spürbar günstiger als in Deutschland, aber leider gibt es mittlerweile auch hier unter 1500 Litern einen kräftigen „Kleinmengenzuschlag“, so dass das Tanken für kleinere Diesel-Maschinen hier preislich unattraktiv ist.
Avgas und ggf. Mogas hat der Aeroclub und verkauft dieses auch an Gäste (über Funk dazu einfach „taxi to the aeroclub“, also Apron 100, erbeten). Man muss dazu lediglich die Öffnungszeiten des Clubs beachten und dann einen beliebigen Fluglehrer des Clubs finden, der einem die Tankstelle aktiviert und dann abrechnet (Bezahlung auch per Kreditkarte möglich). Manchmal kann das ein wenig dauern. Sonst sollte man eben im nahen Trento LIDT tanken, wo der Treibstoff ohnehin deutlich günstiger ist.
Dafür ist aber Zoll vorhanden (gut bei Flügen in die oder aus der Schweiz). Allerdings gilt, dass der Zoll am Wochenende nur auf Anmeldung zur Verfügung steht (siehe AIP).
Wichtig: Parken ist seit 2024 grundsätzlich PPR! Am besten das Parken auf der Grasfläche („Apron 300“) erbeten; das ist günstiger als auf dem Asphaltvorfeld („Apron 200“). Leider gibt es dort aber seit einer 2023 vorgenommen Umbaumaßnahme nun nur noch vier (!) Plätze. Wer unbedingt auf Asphalt parken will, muss ca. 15 Euro pro Tonne extra Handling bezahlen. Man muss sich aber auch dafür vorher PPR einholen und an bestimmten Wochenenden etc. muss man damit rechnen, dass es abgelehnt wird. Selbst wenn man „nur“ auf Gras parkt, ist das Personal meist sehr behilflich, bringt Besatzung und Passagiere sogar inklusive Gepäck mit dem Golfcart vom und zum Flieger; dies ohne, dass dadurch gleich eine Handlinggebühr fällig wird.
Die Landegebühren sind im normalen Rahmen, wobei leider bei z.B. zwei Personen an Bord immer automatisch eine Passagiergebühr abgerechnet wird. Ein Eintonner ohne Passagiere kostet nur ca. 10 Euro! Ein Zweitonner mit ein paar Passagieren kostet ca. 30-40 Euro. Wie gesagt, bei Parken auf Asphalt zuzüglich Handlinggebühr. Das Parken selbst kostet quasi nichts. Leider dauert das Bezahlen etwas lange, vor allem, wenn die Daten des Fliegers bzw. Rechnungszahlers nicht schon zuvor einmal registriert worden sind.
Im Terminal gibt es eine Snack-Bar. An der Ausfahrtsstraße des Flughafens (gegenüber der alten Militärkaserne; im Prinzip direkt am Ende des Apron 200) gibt es direkt am Flughafenzaun ein kleines Restaurant, „La Scarpetta“. Es ist nicht viel mehr als ein Schuppen, aber das Essen ist gut. Sonntags und montags geschlossen.
Mietautos zur Erkundung der Gegend sind vorhanden (Hertz und Europcar); die Wege vom Terminalausgang zum Mietwagen außerdem angenehm kurz. Ein Taxi in die Bozener Innenstadt kostet ca. 20 Euro. Es gibt aber auch einen Linienbus (Nr. 10 A/B), wobei allerdings die Haltstelle nicht direkt am Terminal, sondern – warum auch immer – am Anfang der Zufahrtsstraße liegt; daher lohnt es eher nicht. Ca. ab Ende 2027 wird es auch eine Zughaltestelle nahe des Airports geben.
Übrigens: am Flughafen Bozen werden in Zusammenarbeit mit einer deutschen DTO Schulungen für das EASA Mountain Rating angeboten.
Segelfluggelände Sterzing / Vipiteno
Direkt unterhalb des Brenners liegt das Städtchen Sterzing, auf Italienisch: Vipiteno. Wer hier schon auf der Autobahn vorbei gekommen ist, hat vielleicht (kurz nach der Mautstation) den Flugplatz erspäht. Dieser hat eine 500 Meter lange Graspiste, ist aber nur als „Campo di Volo“ klassifiziert. Er ist auch nicht z.B. in Skydemon verzeichnet. Es findet dort neben Zivilschutz vorwiegend Segelflug statt. Dazu etwas UL und etwas Motorsegelflug. Wer selbst UL oder Motorsegler fliegt, kann hier eine Zwischenlandung machen. Eine Voranmeldung bei der örtlichen Segelfluggruppe („Gruppo di Volo a Vela di Vipiteno“) wird gewünscht. Infos zum Platz gibt es leider nicht im Avioportolano, sondern lediglich hier. Man kann in gut 15 Minuten zu Fuß in den Ortskern von Sterzing laufen.
Dobbiaco / Toblach (LIVD)
Der kleine militärische Flugplatz von Dobbiaco (Toblach) liegt ganz am östlichen Ende des Pustertals, kurz vor der Grenze zu Österreich, oder anders gesagt am Nordostrand der Dolomiten. Er ist ab 2006 auch für einige Jahre zivil nutzbar gewesen, allerdings nur am Wochenende und aufgrund der Lage natürlich nur ca. von Anfang Mai bis Ende Oktober. Leider ist der Platz weder in der AIP verzeichnet, noch gibt es offizielle Anflugkarten. Es ist u.a. deshalb telefonisch eine telefonische Anmeldung beim Aeroclub zwingend notwendig.
Kontaktdaten und weitere Infos siehe hier.
LEIDER ist es so, dass seit 2015 Fremdlandungen generell nicht mehr bewilligt werden können, weil der aktuelle Flugplatzkommandant eben diese Linie fährt. Schade; hoffentlich tut sich hier bald wieder was zum Positiven. Der Aeroclub versucht es seit Jahren, aber die Mühlen der italienischen Bürokratie (und des Militärs!) mahlen sehr langsam.
Für weitere Infos siehe auch den Avioportolano. Der Anflug entlang des wunderschönen, grünen Pustertals macht Freude. Die gepflegte Graspiste ist in ihrer vollen Länge 1000 Meter lang; dennoch ist beim Start etwas Kalkül geboten, schließlich liegt der Platz auf deutlich über 1000 Metern MSL! Wenn man sich an alle Regeln für den Anflug hält, sind die Leute sehr freundlich. Es gibt zwar keine Landegebühr, eine kleine Spende an den Aeroclub wird aber gern gesehen. Man kann in drei Minuten ins Ortszentrum von Toblach spazieren, wo es mehrere Restaurants, Shops, etc. gibt.
Eine sensationelles Video – nicht nur von der Landung in Dobbiaco, sondern von den gesamten Dolomiten und dem Voralpenland des schönen Veneto – gibt es hier.
Asiago (LIDA)
Nun geht es in die Region Veneto an den Südwestrand der Dolomiten. Dort liegt die Hochebene von Asiago. Der Flugplatz (Aeroporto) des gleichnamigen Städtchens hat eine 1120 Meter lange Asphaltbahn, die in Landerichtung (08) ansteigt und in Startrichtung (26) abfällt. Der Platz ist täglich geöffnet, zumeist auch im Winter; es empfiehlt sich aber vor allem aufgrund des Wetters dennoch, kurz vorher anzurufen. Die Website lautet: www.lida.aero. Der Funk ist – wie in Italien an den kleinen Plätzen üblich – nicht immer besetzt; meist bekommt man aber Antwort, auch auf Englisch.
Die Landegebühren sind leider mittlerweile etwas sehr hoch; 33 Euro pro Landung und 15 Euro pro Nacht (Hangarierung ist möglich, dann allerdings sind es noch ein paar Euro mehr). Das Ganze wird vor allem mit dem immer noch verpflichtenden Feuerwehrdienst begründet. Es bleibt zu hoffen, dass diese effektiv für Privatflüge bald fällt; vielleicht werden die Gebühren dann auch wieder etwas günstiger.
Es gibt ein hübsches, regionaltypisches Empfangsgebäude. Dort befindet sich ein sehr gutes Restaurant, wo man in nettem Ambiente regionaltypische Gerichte essen kann (etwas teurer als der Durchschnitt, aber eben qualitativ auch gut). Dazu im 1. Stock eine Terrasse für Drinks & BBQ! Absolut zu empfehlen und an schönen Tagen trotz der etwas hohen Gebühren noch immer ein recht beliebtes Tagesausflugsziele norditalienischer Privatpiloten. Es gibt es auch vier sehr hübsche Doppelzimmer direkt am Platz für die Übernachtung. Man kann so genannte Pakete buchen, die Landung, Hangarierung, Übernachtung, Frühstück und Skonto im Restaurant enthalten.
Thema Treibstoff: immer wieder sprach man in den letzten Jahren von der Fertigstellung einer Tankstelle mit allen Spritsorten. Leider ist das Projekt dann irgendwo steckengeblieben. Also: aktuell und für die absehbare Zukunft gibt es keinerlei Treibstoff in Asiago.
Das Kleinstädtchen Asiago ist für den gleichnamigen Käse bekannt und versprüht mit seiner typischen Architektur Bergatmosphäre. Man kann zu Fuß dorthin laufen (30 Minuten) oder am Platz Fahrräder leihen (ordentliche Mountainbikes). In nur wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen ist (direkt an der Südseite des Flugplatzes) das Ristorante Albergo Aurora, welches vielfach sehr empfohlen wird.
Belluno (LIDB)
Schon geht es an den Südostrand der Dolomiten, in die Hauptstadt der Provinz Belluno, welche noch zum Veneto gehört. Landschaftlich ist auch dieser Aeroporto sehr reizvoll und dennoch leicht anzufliegen. Da es sich um einen klassischen Vereinsplatz handelt, ist er montags geschlossen und es gibt eine tägliche Mittagspause. Auch im Januar und Februar ist der Platz manchmal länger geschlossen.
Die gut 800 Meter lange Grasbahn ist stets gepflegt. Das Panorama während des Anflugs, speziell auf die 05 ist toll! Es gibt problemlos Avgas und ggf. auch etwas Mogas. Geringe Landegebühren. Kleines Cafè/Bar am Platz. Ansonsten gibt es noch verschiedene andere Verpflegung entlang der Hauptstraße. Die Stadt Belluno ist für einen Tagesaufenthalt sehr reizvoll (Taxi oder Bus). Der Bus hält mehr oder weniger am Flugplatzausgang. Für die City muss man die grüne Linie (V) nehmen. Ticket gibt es an Bord. Einziges Manko des Platzes: es wird eben am Funk und am Boden eher wenig englisch gesprochen. Und: es gibt in der AIP einen etwas merkwürdigen Eintrag hinsichtlich Zollvorgaben.
Enemonzo – Zampieri
Nun sind wir endgültig in den Ostalpen angekommen, genau gesagt in den Karnischen Alpen der Region Friaul-Julisch Venetien. Hier gibt es den Platz „Zampieri“, nahe des kleinen Städtchens Enemonzo. Der Platz ist sehr schön direkt am Flussbett des Tagliamento angelegt. Die Pistenlänge beträgt nur 550 Meter; sie hat aber keine wesentlichen Hindernisse und hat nach Osten noch große Überrollfächen. Sie wird hauptsächlich (am Wochenende) durch Segelflieger genutzt. Keine nennenswerte Infrastruktur (keine Funkstation, Sprit oder Hangar, keine Landegebühr). Es gibt hier am Platz eine gemütliche Osteria („Al Privilegio“), auch mit Außenplätzen, wo man sehr gute karnische Spezialitäten essen kann (das Restaurant war 2016 abgebrannt, wurde aber wieder aufgebaut und 2022 wieder eröffnet). Dienstags und mittwochs geschlossen. Der kleine Ort Enemonzo ist in Fußdistanz. Empfohlen wird das Hotel Pagoda (günstig; holen auf Wunsch auch vom Flugplatz ab). Hinweis: In Skydemon ist dieser Platz aktuell nur noch als „Campo di Volo“ verzeichnet. Auch im offiziellen Avioportolano-Verzeichnis der Aviosuperfici fehlt er. Also offiziell leider nicht (mehr) für Motorflugzeuge zugelassen. Dieser Platz ist allerdings ein netter Stopp, wenn man durch die östlichen Alpen in Richtung Adria fliegt.
Aviosuperficie AVRO / Rivoli di Osoppo (LIKH)
Eigentlich ist dieser Platz nicht mehr „in“ den Alpen gelegen, sondern im Flachland, aber eben direkt am Fuße der Friulischen Berge, nördlich von Udine. Und: es ist ein sehr guter Platz (Aviosuperficie), daher sei er hier genannt. Vor einigen Jahren hat man der lokale Club eine Asphaltpiste angelegt, später auch ein Clubhaus, eine Tankstelle und sogar ein Restaurant (montags geschlossen). Daher ist Rivoli di Osoppo mittlerweile wirklich sehr beliebt, vor allem auch bei Piloten aus dem nahen Österreich. Es gibt eine gut gemachte Website, wo es neben dem PPR-Formular auch alle weiteren Infos gibt. Das Einzige ist, dass der Platz direkt neben einem Industriegebiet liegt, was der Atmosphäre etwas abträglich ist.
Es gibt hier zwar Lande- und Parkgebühren, aber das ist verständlich, wenn man die erheblichen Investitionen der letzten Jahre sieht. Man bekommt außerdem Jet-A1, Avgas 100LL und Mogas, allesamt preislich sehr akzeptabel. Bezahlt wird direkt an der Zapfsäule (bar oder per Kreditkarte).
Außerdem gibt es die Möglichkeit, über Renault Mobility hier ein E-Auto zu leihen um die Region zu erkunden. Da gibt es sehr viel Lohnenswertes, und zwar zum einen natürlich die sehr nahen Friulischen Alpen, aber auch das gesamte Tagliamento-Tal. Nicht weit weg vom Platz liegt das Städtchen San Daniele, für seinen Schinken berühmt. Ca. 30 Minuten vom Platz gibt es mit Cerdevol Curnila ein Highlight für den Sommer, was nämlich einer der schönsten wilden Badeplätze Europas ist (am Fluss Arzino). Auch die hübsche Provinzhauptstadt Udine ist nur 25 Autominuten vom Platz entfernt.
