
Die italienische Adria: Über 1000 Kilometer Küste hat der Stiefel an seiner östlichen Flanke. Schon bevor alle anderen Regionen „eingenommen“ wurden, war die obere Adria der klassische Sommerurlaubsort tausender Deutscher. Doch auch abseits eines reinen Strandurlaubs hat die italienische Adriaküste sehr viel zu bieten. Ich empfehle natürlich auch hier einen Besuch außerhalb des Julis und des Augusts.
Die direkt an oder in der Nähe der adriatischen Küste gelegenen Flugplätze sollen hier nach und nach aufgeführt und vorgestellt werden. Die folgende Auflistung beginnt im Norden, praktisch an der italienisch-slowenischen Grenze, und setzt sich Richtung Süden bis nach Apulien fort. Der Stadt Venedig sowie der Region Apulien sind jeweils separate Kapitel gewidmet.
Ronchi dei Legionari (LIPQ)
Dies ist der Verkehrsflughafen der Region Trieste. Er liegt aber recht weit von der Hafenstadt entfernt, bei Monfalcone. Es gibt aber immerhin halbwegs häufige Linienbusse in Richtung Trieste (die Stadt ist schon ganz interessant). Außerdem gibt es natürlich Mietautos (empfehle hier Sixt). Speziell an den recht nahen Strand von Grado kommt man recht schnell. Es ist stets PPR notwendig, da es wie so oft nur wenige GA-Parkplätze gibt, aber auch unabhängig davon will man eben eine Voranmeldung haben. In den vergangenen Jahren gab es auch längere Zeit NOTAMs, durch welche der Platz effektiv für die GA praktisch gesperrt war. Derzeit hat sich das erledigt und in der Regel kann man (außer vielleicht im Hochsommer) damit rechnen, bewilligt zu werden, auch zum Parken. Außerdem gibt es natürlich Zoll, was ja auch in Norditalien eher selten ist.
Wenn man von Nordosten IFR kommt (z.B. vom österreichisch-slowenischen Grenzpunkt NIPEL), wird man von Ljubljana leider bis RIFEN, also quasi bis ganz kurz vor dem Platz in FL120(!) gehalten. Wenn möglich sollte man also kurz hinter NIPEL canceln und den Sinkflug beginnen.
Es gibt Avgas und Jet. Das Avgas kommt nach wie vor von einer etwas abseits gelegenen fixen Tankstelle (Taxiway Golf). Die ganze Bedienung (nur durch das Personal, wodurch es schon hier zu Wartezeiten kommen kann), ist ziemlich langwierig. Schlimmer noch: wer erstmals dort tankt, muss danach im Büro einen langen Bürokratieakt erdulden, bis man als Kunde sauber im System angelegt ist. Auch preislich ist es nicht attraktiv. Daher sollte man erwägen, stattdessen ggf. im nahen Portoroz (LJPZ) einen kurzen Tankstopp zu machen.
Allgemein sind die Gebühren noch gerade so im normalen Bereich; speziell aber für einen reinen Tankstopp zu teuer (knapp über 100 Euro, weil alleine 70 Euro für Handling anfallen). Parken hingegen kostet nicht viel.
Tipp: wenn man wirklich in die Stadt Trieste möchte und keinen IFR-Anflug, Zoll, etc. braucht, dann sollte man vielleicht eher nach Divaca (LJDI) in Slowenien fliegen. Ist günstiger und näher. Lediglich den Transport in die Stadt (ca. 10 km) muss man natürlich irgendwie organisieren. Noch eine andere Alternative ist, nach Portoroz in Slowenien zu fliegen und dort entweder App2Drive oder einen anderweitigen Mietwagen zu nehmen, denn selbst von dort aus dauert die Fahrt nach Trieste nur 35 Minuten, also auch nicht länger als von LIPQ aus. Wer hingegen nach Grado an den Strand oder auch nach Udine oder Gorizia möchte, für den ist in LIPQ der richtige Platz.
Aviosuperficie Piancada
Dies ist ein schon seit vielen Jahren bestehender Platz, ca. 10 Kilometer nördlich von Ligano Sabbiadoro, an der Laguna di Marano gelegen. Hier findet vor allem UL-Flug statt. Die Piste ist 560 Meter lang. Es grenzt im Norden an die Piste direkt eine Straße, ohne besonderen Schutz. Außerdem eine Stromleitung. Daher von Norden landend nicht zu tief anfliegen. Und: die Piste ist relativ schmal und seitlich durch Pfosten begrenzt – sie ist also nichts für Motorsegler und ähnliches Gerät. Es gab früher ein kleines, gutes Restaurant („Al Bronzan“) am Platz; dieses ist aber leider vor ein paar Jahren an einen anderen Ort umgezogen. Bisher gibt es meines Wissens keinen neuen Pächter. Insgesamt ist dort nicht mehr so viel los. Zur Anlage gehört eine kleine Sportbootmarina, wo man auch Boote leihen kann.
Cáorle – Campo di Volo „Mazarack“
Diese UL-Piste mit dem markanten Namen ist ein schon fast historischer Ort in der italienischen UL-Szene. Sie liegt etwas außerhalb des Orts Cáorle und ist gute 600 Meter lang. Das besondere: An den Platz grenzt das Ristorante „Mazarack“, eine für die obere Adria typische (rustikale) Trattoria (Spezialität natürlich einfache Fischgerichte der Region), wo sich die italienischen UL-Piloten (sowie auch Sportbootführer) im Sommerhalbjahr (Mai bis September) gerne zum Mittagessen treffen. Mittwochs geschlossen, außer im August. Es gibt sogar eine deutschsprachige Website. Flugzeuge parken am Südende der Piste, oftmals neben Campingwagen und anderen Fahrzeugen. Auch der Flugplatz selbst ist offiziell nur von Mai bis September geöffnet.
Ca. 500 Meter vom Restaurant Mazarack entfernt liegt außerdem die von der selben Familie geführte Residenz „Case Are“, wo es schöne Zimmer, einen Pool, usw. gibt (siehe Abschnitt „Avioresorts“). Gegenüber davon gibt es ein weiteres Restaurant, „Ai Gabbiani“ (dienstags geschlossen; abends auch Pizza).
Vom Restaurant Mazarack aus sind es bis an den Strand zu Fuß ca. zwei Kilometer (immer der Hauptstraße nach Süden folgen).
Auch Motorflugzeuge landen in Mazarack (obwohl es „nur“ ein Campo di Volo ist) gelegentlich. Das stört, solange nichts passiert, dort niemanden.
A.Li.Cáorle (LIKE)
Nur ca. 20 Kilometer westlich von Bibione und Lignano Sabbiadoro liegt ein weiterer bekannter Strandort Norditaliens: Cáorle. Der dazugehörige Flugplatz (Aviosuperficie del Litorale di Caorle, daher die Kurzform „A.Li.Caorle“) mit dem ICAO-Code: LIKE, liegt allerdings ein paar Kilometer von Ortskern und vom Strand entfernt liegt, wurde erst 2009 neu gebaut und und im Jahr 2010 als Aviosuperficie offiziell eröffnet. Die Graspiste ist großzügige 830 Meter lang. Es gibt auch ein kleines Restaurant am Platz, das täglich außer mittwochs geöffnet ist. Auch einfache Unterkünfte gibt es und man kann am Platz zelten. Für beides ist der Ansprechpartner Giovanni, Tel. +39 3284578164, er spricht aber eher nur wenig Englisch.
Die Tankstelle (Avgas und Mogas) ist grundsätzlich nur für Mitglieder des Vereins vorgesehen. Nach Absprache mit den Verantwortlichen kann man aber etwas Mogas, ggf. auch etwas Avgas bekommen. Das ist aber alles von der Tagesform abhängig und der Erfahrung nach etwas unzuverlässig. Daher bitte nicht auf den letzten Tropfen planen oder allzu viel Eile haben. Für das Landen und Parken kann und sollte man etwas spenden; eine richtige Gebühr gibt es aber nicht. Lediglich wenn man Hangarierung wünscht (meist verfügbar) gibt es moderate Gebühren dafür. Mit Motorflugzeugen soll man sich vorab zur Landung anmelden; mit UL ist das nicht erforderlich.
Infos gibt es (neben Skydemon, Avioportolano, etc.) auf der platzeigenen Website, der Website des lokalen Clubs sowie auf deren Facebook-Seite.
Bis nach Cáorle sind es ca. 5 Kilometer. Als Taxinummer empfehle ich „Batistuta“, Tel: 3472290665; er spricht auch ein bisschen Deutsch und die Fahrt nach Cáorle Zentrum kostet ca. 20 bis maximal 25 Euro (bei hin und zurück ggf. Rabatt). Ansonsten gibt es z.B. noch „Roberto“, der wohl etwas deutsch spricht. Tel: 3398833310. Weitere Nummern sind am Clubhaus angeschlagen.
Das Hotel Olympus in Caorle gewährt Piloten, die auf dem Aviosuperficie gelandet sind, 10% Skonto. Für das Winterhalbjahr (wo viele andere Hotels geschlossen sind) ist das „Delfino“ eine ordentliche Option.
Cáorle selbst ist ein nicht nur ein reiner Ferienort, sondern auch ein kleines gewachsenes Städtchen mit einer netten Altstadt, einem keinen Fischereihafen, etc. Essen kann man eigentlich überall gut. Links und rechts der Altstadt gibt es große Sandstrände; dort allerdings prägen natürlich eher große Hotels und ein gewisser Massenbetrieb das Bild.
Caposile (LIKI) (Nähe Venedig)
Etwas weiter westlich, kurz vor Venedig, gibt es noch dieses kleine aber feine Aviosuperficie. Es besteht im Prinzip nur aus einer (mit 450 Metern ziemlich kurzen) aber sehr gepflegten Graspiste (ohne Hindernisse in den Anflügen) und reichlich (UL-) Hangars nebendran. Allerdings liegt der Flugplatz nur 6 km von der Stadt Jesolo und ca. 9 km vom berühmten Adriastrandort Lido di Jesolo entfernt. Mit Taxi (oder Klapprädern) also gut machbar. Für Maschinen mit geringer Start- und Landestrecke sehr zu empfehlen.
Valle Gaffaro (Gegend des Po-Deltas)
Dieses Aviosuperficie liegt ca. vier Kilometer vom kleinen Küstenort Lido di Volano entfernt, also im landschaftlich sehr reizvollen Bereich des Deltas des Flusses Po. Der Adriastrand ist hier allerdings nicht so überragend schön. Vielmehr war dieser Platz früher für seine kleine Fischtrattoria bekannt, wo man einfach, aber äußerst „typisch“ lokal gefangenen Fisch essen konnte. Leider ist das Restaurant seit ca. 2017 geschlossen, es soll aber Ende 2026 nun endlich wieder eins eröffnen. Die Grasbahn ist knappe 1000 Meter lang, sehr breit und die Anflüge sind auch hindernisfrei. Keine Landegebühr. Hier herrscht viel Fliegerfreiheit, leider aber gegenüber früherer Jahre nur noch eher wenig Betrieb. Die Platzrunden sind immer westlich des Platzes zu fliegen (im Osten liegt ein Naturschutzgebiet!). Der dortige kleine Flugsportclub (UL und Modellflug) heißt „FlyDelta“. Ansprechpartner und „Gestore“ ist Gaetano D’Andrea, der auch sehr kompetent in Sachen Aviosuperfici ist und sich darum kümmert, dass der Platz wieder in Schwung kommt. Auch Unterkünfte soll es künftig am Platz geben.
Das unten genannte Hotel Rurale Cannevie bietet Leihfahrräder an. Direkt am Platz gibt es zur Zeit meines Wissens keine. Ein Auto ist leider kaum zu bekommen in dieser ländlichen Gegend.
Der Platz in eine wunderschöne Naturlandschaft eingebettet und es macht Spaß, eine kleine Tour zu unternehmen, insbesondere im späten Frühling, wenn alles farbenfroh blüht und es noch nicht so heiß ist.
Tipp: mit dem Fahrrad der Hauptstraße in Richtung Süden (Lido di Volano) folgen und sich dann vor dem Ortseingang eines der Restaurants aussuchen. „La Barracca“ ist nett. „La Zanzara“ ist ein Restaurant mit Michelin-Stern. Ich gehe gerne am Strand zum „Ristorante Checo“. Es gibt auch ein Hotel mit eigenem Restaurant in der Nähe des Platzes: Oasi-Hotel Rurale Cannevie. Wenn man freundlich fragt, wird man mit Glück auch am Platz abgeholt. Ein kulturelles Highlight ganz in der Nähe des Platzes ist die sehr sehenswerte Abtei „Abbazia di Pomposa“, ca. sechs Kilometer westlich des Platzes. Siehe auch meinen Artikel zu u.a. diesem Platz unter „Fotos/Reiseberichte“.
Ravenna (LIDR)
Ein VFR-GA-Platz (Aeroporto) mit Asphaltpiste ein wenig außerhalb von Ravenna. Hier gibt es einen kleinen Aeroclub, eine Flugschule und vor allem viele Fallschirmspringer (Cessna Caravan). Genau genommen gibt es für Auswärtige lange PPR-Fristen, um die Feuerwehr zu aktivieren; das wird aber in der Praxis nicht ganz so eng gesehen. Dennoch muss man sich vorher anmelden. Es gibt seit 2025 wieder eine Landegebühr.
Der Funk ist dennoch meist nicht besetzt, also blind funken. Leider gibt es Berichten zufolge teilweise unfreundliche Leute (von der Flugschule?), welche auf Italienisch im Funk bestehen.
Das ehemalige Restaurant am Platz wurde leider geschlossen. Avgas wird nur sehr ungern an Gäste abgegeben.
Mit dem Taxi kommt man recht flott und ins Zentrum von Ravenna (ca. 25 Euro, aber die Preise variieren wild, wohl je nachdem, wen man erwischt). Auf jeden Fall sollte das Taxi/UBER frühzeitig rufen, denn es kann manchmal länger dauern (falls man keine Hilfe bekommt: „Radio Taxi Ravenna“, Tel. 0544 33888). Kosten ca. 30 Euro pro Strecke). Die Innenstadt ist recht attraktiv und vor allem historisch interessant; Ravenna war im 5. Jahrhundert Sitz des weströmischen Kaisers. Highlight der Stadt sind die in den Kirchen verbauten Mosaiken. Um in diese Kirchen hineinzukommen, muss man allerdings recht kräftig zahlen und an besucherstarken Tagen manchmal auch etwas Schlange stehen.
Ali di Classe (Nähe Ravenna)
Dies ist *der* Tipp für einen schönen Strandtag an der nördlichen Adria. Infos zu diesem Aviosuperficie gibt es z.B. im Avioportolano, oder auch hier. Der Platz liegt zwar direkt an der Grenze der CTR von Cervia, aber wenn man „nur“ die Platzrunde fliegt und sonst nur nördlich des Platzes bleibt (oder eben Kontakt mit Cervia Tower aufnimmt) gibt es kein Problem. Die Graspiste ist aus der Luft gar nicht so leicht zu erkennen, weil es dort viele, sehr länglich geformte Felder gibt. Sie ist praktisch immer (auch nach längeren Regenfällen) fest, topfeben und 660m lang. An der Schwelle zur 33 ist wegen der direkt angrenzenden Straße in ca. sechs Metern Höhe eine gut markierte Leine gespannt. Nach der Landung verlässt man die Piste über eine der zahlreichen „Landbrücken“ und parkt hinter dem Ende der Reihe der Hangars. Es herrscht ein unkompliziertes (UL-)Sportfliegerambiente am Platz; es gibt keine Landegebühren.
Vom Platz kommt man entlang der Straße entweder zu Fuß oder per Fahrrad (kann am Platz geliehen werden für 10 Euro pro Tag) nach nur 1,5 Kilometern zum Standort Lido di Classe, an dessen nördlichem Ende es gebührenfreie und nicht zugebaute Strände gibt („Spiaggia di Bassona“). Außerdem gibt es dort eine Beachbar („Go Go Beach“) und eine Strandrestaurant („Jamaica Beach“). Im Ort selbst gibt es u.a. ein Restaurant („La Piscina“), das sich rund um einen Pool erstreckt.
Ansonsten liegt ca. 5 Kilometer südlich davon der bekannte Strandort Milano Marittima mit der üblichen Massentourismus-Infrastruktur und Nightlife aber auch schönen Pinienhainen und Villen. Wem die Strecke dorthin per Fahrrad zu weit ist, kann unter der Nummer 0544973737 auch ein Taxi bestellen. Fast Direkt neben dem Platz gibt es auch ein kleines Bed & Breakfast, mit dem Namen „Ca‘ Barbona“, siehe hier. Vom Flugplatz ca. 1,2 Kilometer Richtung Meer befindet sich ein Agriturismo, siehe hier, wo man Essen und ebenfalls übernachten kann. Wer eher nach Cervia möchte: die Unterkunft „Borgomare Cervia“ bietet kostenlos einen Shuttle-Dienst an. Es gibt auch eine Bushaltestelle der Linie 176 am Platz, die nach Ravenna und nach Cervia verbindet (google maps hat die Fahrpläne). Vor allem aber die Nachbarstadt Cesenatico (mit ihrem pittoresken Kanal) ist einen Besuch wert. Siehe auch meinen Artikel zu u.a. diesem Platz unter „Fotos/Reiseberichte“.
Rimini (LIPR)
Ein grundsätzlich passabler Flughafen mit ILS, Zoll, Mietautos, etc. Der Platz hat lediglich im Sommer an den Wochenenden etwas Betrieb; sonst ist es sehr ruhig. Es ist aber dennoch (zumindest für jedwedes Parken) stets PPR notwendig und unverzichtbar; egal wie wenig los ist. Avgas hat der Aeroclub, verkauft dieses aber offiziell nicht. Vom Ausgang des Flughafens ist es nur gut einen Kilometer an den Strand, also zur Not auch zu Fuß machbar. Auch die Altstadt ist nicht weit entfernt. Sie ist durchaus ganz nett und vor allem authentisch. Der Strand von Rimini hingegen ist für etwas anspruchsvollere Touristen nichts so Besonderes. Klassischer Snack in Rimini und der Region ist die „Piadina“, ein dünner Weizenmehlfladen, gefüllt z.B. mit Parmaschinken, Rucola und Frischkäse. Auch Fisch wird hier in der Gegend natürlich viel gegessen.
Gebührenseitig hat sich der Platz in den letzten Jahren leider von „noch OK“ auf „teuer“ entwickelt; jetzt bezahlt man leider selbst für einen kurzen Stopp schon deutlich über 100 Euro.
Fano (LIDF) (zwischen Rimini und Ancona)
Ein sehr gut brauchbarer Platz, nicht nur wegen der Nähe zum Adriastrand und zum netten Städtchen Fano, sondern weil es sich einfach um einen untypischen, eher unproblematischen „Aeroporto“ handelt. Am Funk werden Unicom-Verfahren angewandt, der Platz ist weitestgehend täglich geöffnet. Die Verwaltung/der Tankwart ist montags (außer im Hochsommer) nicht besetzt und macht eine Mittagspause. Wichtig: für die aktuellen Details siehe wie immer die AIP und die NOTAMs. Hier findet auch viel Fallschirmsprung statt; man sollte sich mit der Springermaschine (PC-6) etwas abstimmen.
Es gibt eine Landegebühr / Feuerwehrdienstgebühr und Parkgebühren – in Summe leider mittlerweile für einen solchen Platz einen Tick hoch. Immerhin die tageweisen Hangargebühren (wenn man einen wünscht) nicht allzu übertrieben. Es kann – zu den Zeiten des Tankwarts – problemlos Avgas und Jet getankt und auch mit Karte bezahlt werden. Trotzdem wird allerdings seit einiger Zeit fürs Tanken oder Parken eine Anmeldung einen Tag vorher gewünscht; wahrscheinlich, weil die Dienstzeiten des Tankwarts so merkwürdig sind und man sich so vorher abstimmen soll. Die Graspiste (meist eher reiner Erdboden) ist sage und schreibe 1350 Meter lang und nur hier und da ein klein wenig steinig. Es landen auch DA42, Mooney, etc. hier. Das Vorfeld ist aber asphaltiert. Es gab zumindest einmal den Plan, auch die Piste in Zukunft zu asphaltieren. Leider ist aber bisher nichts daraus geworden.
Es gibt ein kleines Restaurant („Barone Rosso“) am Platz, das auch immer gute Kritiken bekommt. Mit dem Taxi (Tel. 00390721834016, oder ggf. im Restaurant freundlich Bistro oder beim Angestellten um Bestellung beten) kommt man in wenigen Minuten für ca. 18 Euro ins Zentrum von Fano bzw. an den Strand. Man kann sogar einen Mietwagen zum Platz bestellen (über die lokale Firma „Eurotravel Autonoleggi“. Das Städtchen Fano ist nichts ganz so Außergewöhnliches, aber durchaus ganz nett und authentisch (nicht so sehr „touri“); essen kann man überall gut. Insbesondere aber empfehle ich, abends in den Fischereihafen der Stadt zu gehen. Dort reiht sich eins an das andere Fischlokal. Die Trattoria „La Quinta“ ist ein Klassiker; es gibt aber noch viele andere. Als Hotel kann man das „Corallo“ empfehlen (50 Meter zum Strand, 500 Meter in die Altstadt und ca. 800 Meter in den Fischereihafen. Die ca. 20 Kilometer nördlich gelegene Stadt Pesaro ist auch ganz schön und etwas größer als Fano.
Am Platz beheimatet ist eine Flugschule, die Eagles Aviation Academy.
Ancona-Falconara (LIPY)
Der Flughafen von Ancona (früher mal vorwiegend militärisch) ist mittlerweile nur noch zivil genutzt und war früher auch preislich für die GA akzeptabel. Leider kam 2025 die ganz ganz große Keule mit Handlingzwang und dreister neuer Preisliste, so dass auch dieser Platz nunmehr leider zum Club jener Plätze, die mehrere hundert Euro kosten, gehört. Dies wohlgemerkt bei sonst sehr wenig Verkehr und ausreichend Platz. Das (Pflicht-) Handling macht auch hier die Firma „Delta Aerotaxi“, die in der ganzen italienischen GA für ihre Gebühren verhasst ist. Sehr schade, denn die Region ist schön und es ist eben einiges da, wie Zoll, Mietwagen, etc.
Ancona Approach hat übrigens kein Radar. Offiziell gibt es kein Avgas; wenn man geschickt ist kann man ggf. etwas beim Aeroclub Ancona organisieren. Es gibt einen großen Hangar, wo man nächteweise unterstellen kann. Mietwagen sind im Terminal verfügbar. Die Stadt Ancona ist etwas weiter entfernt (ca. 15km nordwestlich) und durch ihren Hafen und Fährbetrieb geprägt. Es gibt aber auch lauschige Ecken. Auch in die Region des Monte Conero (siehe auch nächster Abschnitt) ist es von hier mit dem Mietwagen nicht weit.
Madonna di Loreto (südlich von Ancona)
Dieses Aviosuperficie liegt gute 20 Kilometer südlich von Ancona, ein klein wenig landeinwärts, auf dem Gemeindegebiet von Recanati. Die Graspiste ist 680 Meter lang, stets in ordentlichem Zustand und beide Schwellen sind im Prinzip hindernisfrei. Allerdings liegt der Platz leicht in einem Tal; daher muss man den Queranflug an beiden Anflugrichtungen am besten recht eng fliegen. Es gilt Standardlinksplatzrunde und Self-Announce auf der 130,0. Meist wird wegen vorherrschend leichtem Nordwind die Piste 35 genutzt. Im Endanflug auf diese Piste steht ein Baum, daher ggf. leicht schräg von links anfliegen, um tiefer reinkommen zu können. Der „Platzchef“, bei dem man sich anmelden sollte, heißt Achille. Es gibt eine moderate Lande- bzw. Parkgebühr. Leider kein kein Avgas am Platz. Mogas kann per Kanister besorgt werden.
Direkt neben der Piste liegt die Osteria „La Donzelletta“, die einen guten Ruf hat und wo man essen, aber auch nachmittags ein Landebier trinken kann (außer mittwochs). Viel wesentlicher aber: Nur ca. 8 Kilometer von Platz entfernt liegen, direkt an den südlichen Ausläufern des Monte Conero, die zwei sehr hübschen Badeorte Numana und Sirolo – zwei der (ganz wenigen) Juwelen an der italienischen Adriaküste. Tolle (Kiesel-)Strände und Steilküsten, sowie ein fantastischer Blick von der hochgelegenen Piazza des Ortskerns von Sirolo aus! Der oben gelegene Teil von Numana ist ähnlich hübsch (dort tolles Panorama von der Terrasse des Ristorante „La Torre“); der untere Teil ist nicht ganz so pittoresk, hat aber einen Sporthafen und größere, leichter erreichbare Strände. Dort gehe ich gerne ins zentral gelegene Hotel Scogliera, einem althergebrachten, familiengeführten Urlaubshotel. Essen kann man gut im Strandlokal „30 Nodi“, wo man aber unbedingt vorher reservieren muss.
Thema Taxi: Jener Fahrer unter der Nummer 333 3331828 (diese ist auch im Restaurant am Platz angeschlagen) will 40 Euro für die Strecke nach Numana oder Sirolo haben; außerdem ist er ein merkwürdiger Kauz. Besser ist die Nr. 3472843159 (Dario); dort kostet es 30 Euro und er ist freundlich. Leider spricht auch er kein Englisch, daher muss es mit ein paar Worten italienisch gehen. Beim Anruf einfach sagen, man sei am Ristorante La Donzelletta. Wenn nötig, hilft das Personal des Restaurants beim Telefonat. Ansonsten hier noch ein lokaler Taxifahrer, der wohl auch Englisch spricht: Davide Cesini, 3924040346.
Übrigens ist Loreto mit mit seinem von Weitem sichtbaren Kloster der (hinter Rom) zweitwichtigste Wallfahrtsort in Italien! Das Städtchen mit u.a. ihrer Basilika ist ebenso einen Besuch wert. Von ihr aus hat man einen tollen Landschaftsblick, u.a. auf den Monte Conero im Norden.
Aviosuperficie del Fermano / Fermo (LINF)
Dieser kleine küstennahe Platz liegt etwas südlich von Civitanova Marche und hat vor allem Fallschirmsprungbetrieb (PC-6). Die Schule heißt „Skydive Sunrise“. Die Piste ist Gras und nur 550 Meter lang, aber die kurzen Endanflüge sind weitgehend hindernisfrei (500 Meter von der Schwelle der 24 ist allerdings eine Hochspannungsleitung). Man kann wohl Jetfuel bekommen, aber kein Avgas. Mogas wird auf Anfrage organisiert. Hangarierung möglich. Es ist ein einfaches Restaurant vor Ort. Dieses bietet auf Anfrage wohl Taxidienste an den Strand an. Der Platz ist ein klassischer Familienbetrieb; sehr sympathisch.
Tronto / Monteprandone
Dieses küstennahe Aviosuperficie liegt ein paar Kilometer südlich von San Benedetto del Tronto, direkt an der Regionsgrenze von Marken nach Abruzzen. Die Piste wurde vor einigen Jahren verlängert und ca. 2019 sogar auf voller Länge (1275 Meter) asphaltiert. Leider ist es eine Art Privatflugplatz der hier ansässigen Firma, die Bauteile für Helikopter produziert. Es gibt kaum weitere Infos im Internet und auch nicht im Avioportolano. Daher ist wohl eher schwierig, hier eine Landegenehmigung zu bekommen. Frequenz ist die 119.050.
Pescara (LIBP)
Ein preislich noch recht passabler, aber eben typisch bürokratischer Platz. Flughafen eben. Immerhin ist Avgas verfügbar. ATC wünscht offensichtlich auch bei VFR-Inlandsflügen einen FPL, obwohl das so nicht aus der AIP hervorgeht. Außerdem für Parken stets PPR (SAGA); die PRR-Nummer muss dann in Feld 18 des FPLs. Auch hier gibt es gelegentlich Ablehnungen wegen „no space“…
Anflug auch hier ohne Radar, daher oft etwas Umweg. Die Gebühren schwanken scheinbar ziemlich und auch die generelle Experience. Der Platz wird oft von Piloten die auf dem Echter H24-Betrieb, auch für die GA. Aber auch hier kein VFR Night, sondern nachts nur IFR.
Der Platz wird bei Flügen Richtung Westbalkan und Griechenland gelegentlich zum Avgas-Tanken genutzt; dabei gibt es andere, deutlich günstigere und weniger bürokratische Plätze (z.B. Fano). In Pescara kann selbst ein reiner Tankstopp schon mal ein paar Stunden dauern. Jetfuel in kleinen Mengen ist hier außerdem sehr teuer, weil es einen Kleinmengenzuschlag gibt. Gebühren ca. 100 Euro. Taxis in die Stadt Pescara sind meist eher teuer, obwohl es nicht allzu weit ist. Pescara hat ohnehin außer massenhaft Adriastrand und einer recht interessanten Fußgängerbrücke nicht so sehr viel zu bieten.
Allerdings hat der Platz Zoll, was ihn eben für Flüge in Richtung oder aus Montenegro, Albanien, etc. wertvoll macht. Außerdem kann man hier wohl, bevor man aus der EU ausfliegt, nach wie vor steuerfrei und daher dann günstig Avgas tanken. Dies wäre aber zu prüfen. Der voll versteuerte Preis aber ist italien-typisch hoch.
–> Die übrigen, weiter südlich gelegenen Flugplätze an oder in unmittelbarer Nähe der Adria sind detailliert im Kapitel „Apulien“ beschrieben.
