Flugvorbereitung – Flugdurchführung – Flugziele

Gardasee und die Stadt Verona

Sicherlich eines *der* Lieblingsziele der Deutschen in Italien. Das gute Klima und der landschaftliche Facettenreichtum des Gardasees sind mit Sicherheit einmalig. Einige schöne fliegerische Eindrücke vom Gardasee (Fotos und Videos) finden Sie unter „Impressionen“.

Auch für Privatpiloten aus Deutschland ist der Gardasee ein ideales Wochenendziel: die Flugzeit von z.B. Augsburg nach Trento beträgt mit einer 172er nur ca. zwei Stunden, nach Verona und Brescia sind es ca. 30 Minuten mehr. Dank meiner gut sechs Jahre in Verona bin auch ich in besonderem Maße dem Gardasee verbunden und kann somit einige Tipps geben, was einen Trip mit dem Flieger an den Gardasee angeht.

Aufgrund der enormen Größe des Gardasees kann es *den* idealen Flughafen oder Flugplatz in Seenähe nicht geben. Es ist daher in Anbetracht dessen, an welche Ecke des Sees man gerne möchte, zu entscheiden, auf welchem Flugplatz man landet. Folgende Plätze kommen grundsätzlich in Frage:

Verona Boscomantico (LIPN)

Mein früherer Heimatplatz; er liegt ca. 7 km nordwestlich des Zentrums von Verona, und damit wiederum nur ca. 15 km östlich von Lazise und Peschiera, also dem Südostzipfel und touristischen Schwerpunkt des Gardasees. Die Asphaltbahn 08/26 ist mit knapp über 1000 Metern lang genug für alles bis zu großen Twins oder leichten Jets. Der Platz ist täglich (außer montags*) ohne Mittagspause geöffnet. Es gibt keinen eigenen Instrumentenanflug; es kann aber bei schlechtem Wetter zum Cloudbreaking das ILS von Villafranca (LIPX, siehe unten) genutzt werden und dann nach Erreichen von VMC nach „Bosco“ weitergeflogen werden. Ist das Wetter auch dafür zu schlecht, landet man in Villafranca (Achtung: sehr teuer, viel Bürokratie und in der Regel kein längeres Parken möglich!). Es gibt keine Möglichkeit des Zolls mehr am Platz (z.B. für Flüge in die oder aus der Schweiz); hierfür bietet sich zunächst Brescia-Montichiari (LIPO) an. (Außerdem gibt es einen merkwürdigen AIP-Eintrag, wonach alle internationalen Flüge und alle Flüge mit nicht in der EU registrierten Luftfahrzeugen drei Stunden vorher per Mail angekündigt werden müssen; das NOTAM ist völlig unklar; meines Wissens hält sich da aufgrund Unwissens kaum jemand dran).

*Gemäß AIP ist der Flugbetrieb montags PPR, da an diesen Tagen die dafür notwendige Feuerwehr nur auf Abruf bereit steht. Wenn unbedingt notwendig, kann man den Platz auch montags gegen eine saftige Gebühr öffnen lassen. Bei Bedarf vorher rechtzeitig mit dem Betriebsbüro klären.

Die Betriebsleitung, der Aeroclub, etc. befinden sich südlich der Piste. Dort (parallel zum Taxiway im Gras) parken in der Regel auch die Besucherflugzeuge. Da der südliche Taxiway nicht durchgängig ist, muss man beim Rollen stets einmal die Piste queren und zwar in Absprache mit Bosco Radio. Bosco Radio spricht übrigens sehr ordentliches Englisch und ist sehr freundlich.

Es gibt zwar direkt am Platz keine Mietautos, aber es gibt einen Autovermieter in nur ca. drei Kilometern Entfernung, welcher Autos auch direkt am Flugplatz bereitstellt, auch sonntags. Man kann das direkt bei der Online-Buchung so auswählen. Das Personal spricht auch englisch. Webadresse:

www.veronarentacar.com

Vom Flugplatz fährt man in ca. 20 Minuten nach Lazise, Bardolino oder Peschiera. Alternativ kann man, wenn es nur um einen kurzen Abstecher ins schöne Lazise oder etwa ins Gardaland geht, auch direkt vom Flugplatz mit dem Taxi fahren. Kosten dann pro Strecke vielleicht ca. 50 Euro. Ins Zentrum von Verona kostet das Taxi ca. 25-30 Euro (die Flugplatzleitung oder der Aeroclub ist behilflich).

Wer platznah (also nicht direkt in der Stadt) eine Unterkunft sucht, dem sei das Bed & Breakfast Agli Aceri, im kleinen Stadtteil Chievo empfohlen (siehe booking.com). Der Chef, Stefano, ist freundlich gegenüber Fliegern.

Der Vorzug des Platzes Boscomantico ist, dass es eine angenehme GA-Atmosphäre gibt, kaum Bürokratie und zumindest akzeptable Landegebühren (ca. 15 Euro für Flieger bis 1 Tonne, ca. 30 Euro für Flieger bis 2 Tonnen; Parken kostet fast nichts). Die Gebühren bezahlt man im Betriebsleitungscontainer mit dem „C“ darauf, nicht beim Aeroclub. Tipp: Bei der Frage nach Passagieren einfach stets „null“ angeben.

Es gibt ein mittlerweile modernes und riesiges Flugplatzrestaurant wo man (u.a. auf einer schönen Terrasse) mit Blick auf den Flugbetrieb essen kann (es gibt auch Pizza).

Thema Sprit: seit einigen Jahren gibt es Avgas auch offiziell für Besucher. Das bekommt man aber nicht von der Club-Zapfsäule, sondern hierzu ist nördlich der Piste eine weitere Avgas-Station errichtet worden. Man muss zum Tanken also stets die Seite wechseln. Bezahlung auch mit Kreditkarte möglich. Der Preis ist allerdings stets ziemlich hoch. Mogas kann man ggf. auf Anfrage vom Club bekommen. Jetfuel hat man zwar am Platz; verkauft man aber gar nicht.

Letzte Bemerkung: An- und Abflüge von und nach Boscomantico können grundsätzlich in alle Richtungen stattfinden. Richtung Westen und Norden geht man, weil dort die ATZ von Boscomantico ist, direkt auf Bosco Radio. Richtung Osten und Richtung Süden braucht man allerdings eine Freigabe von ATC. Vor allem am Wochenende gibt es recht viel Sprungbetrieb, der aber von Bosco Radio gut koordiniert wird.

Verona Villafranca (LIPX)

Der „große“ Flughafen von Verona. Er ist für Besuche des südwestlichen Gardasees verkehrstechnisch sehr günstig gelegen und hat logischerweise eine sehr gute Infrastruktur. Gelegen ist er südwestlich von Verona, ein paar Kilometer weiter weg von der Stadt als Boscomantico, aber immer noch in Schlagdistanz, direkt neben der Autobahn. Mit dem Mietwagen ist man in ca. 20 Minuten in Peschiera.

Der Platz verfügt über H24, ILS, Jetfuel (kein Avgas!), Zoll, Taxis, Linienbusse ins Zentrum und Mietautos. Es ist somit (außer eben Avgas) alles da, was man eventuell brauchen könnte. Leider gibt’s für die GA wie so oft nur wenige Parkplätze. Außerdem sind wir auch mit den Gebühren bei mittlerweile mehreren hundert Euro für einen Zweitonner mit einer Übernachtung und einem Passagier. VFR-Night ist möglich. Es gibt seit ein paar Jahren ein eigenes GAT; leider sind die Verfahren am Boden (Crew und Passagiere werden z.B. getrennt gehandelt) nach wie vor umständlich und zeitraubend.

Um den Platz anzufliegen, ist gemäß AIP ein PPR notwendig, welches über einen der Handling-Agents (siehe AIP) eingeholt wird. Man muss sich also vorab mit diesem in Kontakt setzen und die üblichen Fluginformationen durchgeben. Die Bestätigung über das erfolgte PPR und den Namen des gewählten Handling-Agents muss man dann wiederum ggf. in Feld 18 des Flugplans eintragen.

Wie gesagt ist es nicht immer ganz einfach, tatsächlich auch für das Parken bewilligt zu werden. Das Problem ist oft, dass auf dem respektabel großen GA-Parkplatz sagen wir sechs Stellplätze für Gulfstreams eingezeichnet sind… und wenn dann drei Kingairs und drei kleine Citations da oder angemeldet sind, wird – obwohl noch massig Platz ist – gerne geantwortet „no parking available“. Das ist natürlich Unsinn. Man sollte versuchen, etwas zu insistieren, aber auch das hilft leider häufig nichts. Aber wie gesagt: sehr teuer ist es obendrein, egal welchen Handling-Agent man nimmt.

Brescia Montichiari (LIPO)

Der Flughafen von Brescia liegt leider recht weit außerhalb (südöstlich) der Stadt, und damit auch nicht gerade direkt am Gardasee. Dennoch ist er gut geeignet, wenn man den südwestlichen Teils des Sees, also die Gegend von Desenzano bis Salò erreichen möchte. Der Platz hat zwar nur wenig Verkehr (nur etwas Fracht und ein bisschen Aeroclub/Flugtraining), aber dennoch H24-Betrieb, ILS, Jetfuel und Zoll. Auch VFR-Night ist erlaubt. Die Gebühren sind deutlich günstiger als die in Villafranca, d.h. ca. 60 Euro für einen Zweitonner. Gleichsam ist alles etwas bürokratisch und beim Thema Parken reden die Leute trotz massig Platz immer davon, wie schwierig das sei. Na ja, bei ordentlicher Anmeldung (mit etwas Papierkram) geht es meistens. Außerdem ist es im Gegensatz zu Villafranca hier außerdem möglich, auf vorherige freundliche Anfrage entweder beim Aeroclub Brescia (Kontakte siehe hier) oder bei der ebenfalls ansässigen Flugmotorenfirma Bosio Motori etwas Avgas zu bekommen (obwohl in der AIP davon nichts steht). Für alle Starts und Landungen / Parken / Zoll o.ä. ist PPR vom Airport Operator erforderlich.

Sonst ein ganz solider Platz für die GA. Der Aeroclub (aus dem Hauptgebäude raus und gute 100 Meter weiter nach rechts) hat auch ein eigenes Restaurant, wo auch Gäste zu Mittag relativ günstig essen können.

Insbesondere bei Schweizern ist der Platz für den obligatorischen Zollstopp recht beliebt (dies aber auch nur deshalb, weil es in der Poebene kaum andere, oder bessere GA-freundliche Zollplätze gibt).

Leider gibt es keine Mietwagen am Platz; dafür muss man generell erst mit einem Taxi oder UBER nach Brescia (übrigens an sich auch ganz nett, mit viel Grün) oder z.B. Desenzano.

Aviosuperfice Bedizzole / Silvio Scaroni

Für diejenigen, die mit einer (etwas über 600 Meter langen*) Grasbahn zurechtkommen (eben, stets fester Boden und ohne nennenswerte Hindernisse in den kurzen Endanflügen) empfiehlt sich für die Westseite des Gardasees sehr der Flugplatz (Aviosuperficie) von Bedizzole (offizieller Name: „Silvio Scaroni“), nur ca. 6 km landeinwärts von Padenghe (von dort weitere 5 Kilometer bis Desenzano, 12 Kilometer bis Salò). Er liegt direkt am nördlichen Rand der Verona CTR. Kein ICAO-Code.

* Es ist so, dass die Piste zwar offiziell nur 600 Meter lang ist. Allerdings schließen sich am Südende noch einmal nahtlos knapp 200 Meter einwandfreier „overrun“ an, so dass die Piste effektiv eher sogar 800 Meter lang ist.

Detaillierte Infos wie Koordinaten, etc. entnimmt man dem Avioportolano, Skydemon oder der platzeigenen Facebook-Seite. In jedem Fall: die Platzrunde verläuft strikt östlich (obwohl dort schon einer anderer Flugplatz liegt, siehe nächster Abschnitt) und als Frequenz wird die 130.0 verwendet („Bedizzole Radio“).

Der Leiter heißt Gaudenzio; Tel. +39 3337306269. Er spricht auch ein wenig Englisch. Am liebsten kommuniziert er über WhatsApp. Seit Inkrafttreten der neuen Aviosuperfici-Gesetzgebung besteht er darauf, dass man für alle Flüge ein pdf-Formular an ihn schickt, welches er auf Anfrage per WhatsApp oder Mail bereitstellt. Wenn man irgendetwas braucht (Mogas, Transport) hilft er gerne, denn sonst ist (speziell wochentags, oft aber auch am Wochenende) meist kein Mensch am Platz. Es gibt allerdings auch kein Avgas (dies dafür aber eine Meile weiter, siehe nächster Abschnitt), und auch für Gäste nur sehr begrenzt Hangarplatz. Sonst aber ist es ein Top-Platz. Es gibt auch keine Lande- oder Parkgebühren, aber Gäste dürfen gerne eine Spende in einem kleinen Briefkasten am Clubhaus hinterlassen. Parken bitte im Norden des Platzes neben der Piste (ab dem „Tower“), nicht vor dem Clubhaus im Süden.

Achtung: im Anflug den Platz nicht dem nur eine Meile östlich gelegenen Platz „Sorlini“ (siehe weiter unten) verwechseln! Und auf die SEHR nahe CTR Verona achten! Anflüge auf die 04 und Abflüge von der 22 müssen also sehr eng geflogen werden.

Am Hangar bzw. Clubhaus befestigt findet man Hinweiszettel mit den Telefonnummern zu lokalen Taxidiensten, Agriturismos, etc. In nur knapp zwei Kilometern Entfernung vom Platz gibt es zwei schöne Agriturismos, beide mit eigenem Restaurant: das Agriturismo Unicorno wurde mir persönlich empfohlen. Die Betreiber holen Gäste bereitwillig vom Flugplatz ab. Nur 200 Meter weiter gibt es noch ein weiteres, das Agriturismo Macesina; dieses ist offensichtlich etwas günstiger. Nur unwesentlich weiter vom Platz entfernt, dafür aber näher zum Ortskern von Bedizzole gibt es noch das Agriturismo Sangallo, welches von allen wohl das preisgünstigste ist; es bietet Gästen auch die Abholung am Aviosuperficie an.

Tipp für einen Tagesaufenthalt im Sommer: Lassen Sie sich (wenn geöffnet) von einem Taxi zum „Coco Beach Club“ in Lido di Lonato fahren (vom Platz aus nur ca. 10 km)… ein schicker Beachclub mit Musiklounge, Bar, Strand und Restaurant / Pizzeria! Abends Discothek! Man muss allerdings mit knapp 50 Euro Taxikosten rechnen.

Für diejenigen, die vorab ein Taxi bestellen möchten, hier ein paar Nummern: 0039 331 8496935 (Gardataxi, man spricht englisch), 0039 3279467000 (BM Servizio Taxi), 0039 3473591257 (Giorgio), 0039 3209281887 (Taxi Valtenesi), sowie 0039 3358158147 (Taxi Rezzato). Sonst noch zu sagen: wenn man vom Platz vom Fuß 600 Meter in Richtung Süden geht, findet man (am Kreisverkehr) einen Supermarkt vor. Zu den ersten Restaurants (z.B. „Il Mediterraneo“) ist es aber noch mal etwas weiter.

Carzago Riviera / Luciano Sorlini SpA

Nur eine Meile östlich von Bedizzole, somit ebenfalls direkt an die CTR Verona angrenzend, gibt es noch ein weiteres Aviosuperficie, mit dem Namen Carzago Riviera / Luciano Sorlini SpA. Dessen Piste wurde vor einigen Jahren „gedreht“ und ist jetzt ca. 700 Meter lang. Es gehört der Firma Luciano Sorlini SpA. Dies ist ist ein traditionsreicher luftfahrttechnischer Betrieb Norditaliens, der als Familienbetrieb von Luftfahrtpassionierten geführt wird. Es handelt sich also eher um einen Werksflugplatz. Wie eigentlich bei allen Aviosuperfici sollte man nicht einfach ohne Anmeldung hier landen. Mit Anmeldung allerdings ist man willkommen. Hilfreich ist der Platz – zumindest wochentags – vor allem, wenn man unterwegs technische Assistenz braucht. Außerdem kann man hier dann auch Avgas 100LL bekommen bzw. man wird für Mogas an die nächste Tankstelle gefahren. Am Wochenende hingegen wird hier in der Regel keiner da sein und das Gelände ist womöglich auch abgesperrt. Es liegt ein renommierter Golfplatz mit Hotel gleich nebenan. Sonst ist allerdings Bedizzole aufgrund des clubartigen Umfelds für einen Besuch dieser Gegend etwas besser geeignet.

Trento Mattarello (LIDT)

…bietet sich aufgrund seiner Lage an, wenn man an die Nordspitze des Gardasees (Riva, Torbole, Malcesine, Limone) möchte. Trento ist ein ähnlich unkomplizierter und günstiger Platz wie Verona Boscomantico. 980 Meter Asphalt, täglich (lange) geöffnet und ohne PPR anfliegbar. Umgeben ist der Platz von einer ATZ/RMZ und es gibt einen AFIS. Es gibt allerdings ebenfalls (zumindest für Flächenflugzeuge) keinen IFR-Anflug und außerdem keine Zollmöglichkeit (kann man bei Bedarf in Bozen LIPB machen). Der eine oder andere, weniger alpenerfahrene Pilot empfindet speziell den Abflug etwas angsteinflößend, da man speziell im Norden doch den Bergen etwas näher kommt. Wer (speziell im Sommer) wenig Steigleistung hat, sollte sich den Abflug gut zurechtlegen und keine Panik bekommen, wenn die Windschutzscheibe kurzzeitig voller Berge ist. Solange man über der Autobahn ist, kann es keine Probleme geben. Es gibt auf der Website des Airports mittlerweile auch ein detailliertes Briefingdokument.

Geparkt wird auf dem Hauptvorfeld, und zwar bei den Parallelpositionen immer nach Süden, mit dem Bugrad in einem der „Kringel“ auf dem Boden. Die drei etwas südlicheren Positionen, bei denen man nach Nordosten parkt, sind eher für großes Gerät vorgesehen, werden bei kurzen Stopps aber manchmal auch an „Kleine“ vergeben.

Die Tankstelle ist ganz am südlichen Ende des Asphaltvorfelds. Avgas 100LL ist stets und problemlos verfügbar. Darüber hinaus gibt es auch Mogas und Jetfuel. Die Lande- und Parkgebühren sind sehr moderat. Auch die Treibstoffpreise – besonders für 100LL – sind für italienische Verhältnisse meist sehr gut. Es gibt an der Zapfsäule einen Automaten für Bargeld, EC-Karten und Kreditkarten) und man tankt selbst. Den auf den Säule verzeichneten Schritten folgen. Bei Zahlung direkt an der Säule gibt es allerdings pro Vorgang ein Umsatzlimit von nur 100 Euro, so dass man den Vorgang ggf. zwischendurch erneut starten muss. Man kann die Tanke aber alternativ über Funk vom AFISO auch komplett freischalten lassen und diesen dann im Anschluss oben „im Turm“ zahlen (wo man auch die Gebühren zahlt). Nur bei Zahlung im Turm kann man außerdem eine richtige Rechnung für den Treibstoff bekommen. Nach dem Tanken darf man nicht an der Tankstelle stehen bleiben, sondern muss, auch wenn es nur zum Bezahlen ist und man den weiter will, noch mal auf eine Parkposition rollen. Beim Abflug darauf achten, dass der Rollhalt zur Piste relativ weit von dieser entfernt ist (dies, weil zwischen Vorfeld und Aspahltpiste noch eine Graspiste ist).

Außerdem gibt es am Platz ein Luftfahrtmuseum sowie ein Hotel (www.FlyBikeHotel.it) und ein (allerdings eher „American-Style“) Kettenrestaurant, das „Galloway“, das ich nicht besonders empfehle, da es kein wirkliches Italien-Gefühl vermittelt.

Für einen Mietwagen muss man in der Regel (es sei denn man trifft anderweitige Vorkehrungen) zunächst mit dem Taxi in Richtung Stadt fahren (ca. 20 Euro, Tel. +39 0461 930002). Europcar Trento und SIXT stellen den Wagen gegen Gebühr aber auch direkt am Platz zur Verfügung (Schlüssel dann bei der AFIS-Stelle). Außerdem gibt es noch www.autolucca.tn.it/auto. Vom Platz fährt man in ca. 40 Minuten nach Torbole bzw. Riva. Um mit einem Taxi direkt vom Platz an den Gardasee zu fahren, ist es wohl in den meisten Fällen zu weit und zu teuer.

Im Winter ist Trento zudem manchmal der einzige der hier genannten Plätze, der nebelfrei ist!

Aviosuperficie Le Panizze (Nähe Desenzano)

Dies ist ein Platz mit eigenem Agriturismo/Restaurant, „Le Panizze“. Die Piste ist offiziell 600 Meter lang (in Summe allerdings noch einen Tick länger), aber aufgrund eines Hause direkt an einem Ende „one-way“ (Landung Piste 31, Start Piste 13). Speziell wegen dieses Hauses ist der Platz in Sachen Lärm penibel und aus diesem Grunde Gäste auch absolut nur nach Einladung landen lassen. Daher nicht wundern: es sind permanent an den beiden weiße Kreuze ausgelegt. Die Piste ist aber wohlgemerkt grundsätzlich in Betrieb. Solange man eine Landegenehmigung hat, hat das also keine Bedeutung. Auch wenn man nicht im Agriturismo übernachtet, kann man bewilligt werden. Man sollte ja aber unbedingt vorher gut beim Betreiber, Claudio Poltri, informieren.

Auch hier ist die Nähe zu Desenzano und dem Gardasee auch für längere Aufenthalte sehr verlockend; den Transport dorthin muss man allerdings in der Regel selbst organisieren. Taxi (Tel 0309141527) geht schon, kostet aber ein paar Euro. Für einen Mietwagen wird von Platzbetreiber die Firma Auto Italia s.r.l. in Desenzano (Tel. 0039 3348192604, autoitalia1srl@libero.it) empfohlen.

Hinweis: der Platz liegt leicht innerhalb der Verona CTR. Hierfür gibt es ein spezielles mit der Flugsicherung abgestimmtes Verfahren; dieses ist auf der Website des Platzes, www.lepanizze.it, verlinkt.