
Die „Ewige Stadt“ darf natürlich auch hier als Flugziel nicht fehlen. Auch wenn Rom sicher für die meisten als Wochenendtrip etwas zu weit ist; bei einer (ersten) ausgiebigen Italientour lässt diese Stadt wohl keiner aus. Aber ein Tipp: besuchen Sie Rom nicht von Ende Mai bis Anfang Oktober; da ist es einfach zu heiß und zu voll!
Wie bei den anderen Großstädten gibt es auch in Rom mehrere Landealternativen: Den Flughafen Ciampino (LIRA), den Flugplatz Urbe (LIRU) sowie einige Aviosuperfici im Römer Umland. Der größte Flughafen, Fiumicino (LIRF) hingegen ist für die GA (auch IFR, auch bloß als Alternate) völlig gesperrt.
Ein Hinweis für VFR-Flieger: egal auf welchen Platz in der Region Rom man fliegt, man wird es stets mit der TMA Rom, also recht tief greifendem und sehr weit ausladendem Luftraum A zu tun haben, in den man schlicht nicht rein darf. Daher muss man meist schon früh ziemlich tief sinken und muss beim Abflug lange tief bleiben. Für weitere Details dazu, siehe den Abschnitt „Luftraumstruktur“.
Vorab auch noch ein genereller Tipp: Hotels sind in der Saison an Wochenenden in Rom oft sehr teuer. Zumindest auf den üblichen Reservierungsplattformen. Am besten die Lage checken (und ggf. auch buchen) bevor man den Flug nach Rom antritt.
Die großen Sehenswürdigkeiten Roms sind natürlich oft recht überlaufen; teilweise muss man den Eintritt vorab buchen und natürlich auch bezahlen. Ich empfehle, zumindest zum Teil auch Sehenswürdigkeiten „aus der zweiten Reihe“ ins Auge zu fassen. Als Beispiel sei die fantastische Chiesa di Sant’Ignazio di Loyola genannt – hier kann man „einfach reinspazieren“.
Roma Urbe (LIRU)
Der Römer Stadtflugplatz und Heimat des Aeroclub Roma. Er ist kontrolliert, liegt aber nicht in einer CTR. Für Gäste ist allgemein gemäß AIP für das Landen und auch für das längere Parken kein PPR notwendig; dennoch sollte man unbedingt die NOTAMs checken, denn dies kann gelegentlich wegen spezieller Events auch anders geregelt sein.
WICHTIG: gemäß AIP ist für sämtliche internationalen Flüge eine Voranmeldung von 90 Minuten beim Zoll in Ciampino gefordert. Was daran nervig ist, ist dass diese Anmeldung offiziell nur telefonisch erfolgen kann und diese Zöllner natürlich wenig Englisch sprechen. Meine eigene Erfahrung (aus 2023): es geht recht schnell, denn es wird nur nach Kennung sowie Abflugort und Ankunftszeit gefragt. Daher sollte man schon versuchen, das zu machen. Alternativ kann man es wohl per email (rm2300004@gdf.it) vornehmen, aber diese Adresse ist nicht offiziell angegeben). Es gibt vereinzelt Berichte von hohen Strafen, wenn man es unterlässt! Auch bei Abflügen Richtung Ausland ist die Anmeldung notwendig. Aber immerhin: auch Non-Schengen und Non-EU-Flüge sind dann wohl möglich. Für Inlandsflüge ist die Voranmeldung nicht nötig.
Der Platz ist täglich und ohne Mittagspause geöffnet. Der VFR-Anflug auf diesem kontrollierten Platz ist etwas komplex mit vielen VFR-Meldepunkten; die Maximalflughöhen liegen jeweils nur knapp über der Grasnarbe. Man sollte ich gut darauf vorbereiten, sprich die Namen sowie Codes und ungefähre Positionen dieser VFR-Meldepunkte kennen, sowie im Flug dann eine geeignete VFR-Moving-Map vor sich haben. Dafür kann man während des Anflugs zum Teil schöne Blicke auf Rom erhaschen. Achtung: leider werden von Roma TWR im Platzrundenumfeld immer noch gelegentlich ein paar Meldepunkte angewiesen, die gar nicht (mehr) in der AIP sind. Das ist insbesondere „NW“, welches das Krankenhaus „Sant’Andrea“, nordwestlich des Platzes ist. Es gibt eine inoffizielle Flugplatzwebsite, http://www.urbeairport.com wo es dazu ein paar Infos und Unterlagen gibt (aber Vorsicht: die Karten sind zum Teil veraltet). Im Zweifel einfach ATC sagen, wenn man einen Wegpunkt nicht kennt, dann wird diese sich was anderes einfallen lassen.
Wenn man mit Y-FPL nach LIRU gefilt hat, kann man wenn zum Cloudbreaking notwendig das ILS von Ciampino (LIRA, siehe unten) abfliegen; dies empfiehlt sich u.U, auch, denn ansonsten wird man sehr früh zum Canceln aufgefordert und muss sich dann – von den kontrollierten Lufträumen frei bleibend – durch die recht undurchsichtige Luftraumstruktur in der Region seinen Weg suchen. Allerdings muss man den ILS dann mindestens bis auf Höhe URB NDB abfliegen und kann dann auch nicht einfach direkt zum Platz und in die Platzrunde. Stattdessen muss man dann erst wieder zum Punkt Settecamini und dann also doch noch den gesamten VFR-Anflug abfliegen. Diese IFR-Variante mit dem ILS in Ciampino lohnt sich also eigentlich nur dann, wenn man wirklich erstmal unter eine mehr oder weniger geschlossene Wolkendecke gelangen muss. Für den VFR-Anflug nach dem Canceln von IFR (was teilweise ATC einfach so verordnet wird) muss man eben damit leben, dass das teilweise noch im Luftraum A geschieht und man sich dann erstmal da raus bewegen muss. ATC sieht das entspannt, insofern man sich bemüht. Die AIP beschreibt, welchen Punkt man für den Flugregelwechsel flugplanen soll.
Für den Start mit Z-FPL muss man gemäß AIP bereits vor dem Start eine IFR-Freigabe von der Flugsicherung einholen. Auch hier beschreibt die AIP, welchen Punkt man für den Flugregelwechsel flugplanen soll. In der Praxis läuft auch das oftmals sehr hakelig und es dauert lange, bis man im Tiefflug dann seine Steigflugfreigabe und IFR-Freigabe bekommt. Besser läuft es gemäß Erfahrungsberichten, wann man vor dem Start beim TWR explizit einen Pickup direkt über dem Urbe NDB erfragt, also sich dort zunächst auf Höhe schraubt, was aber natürlich nicht sehr effizient ist.
Normalerweise wird die Westplatzrunde genutzt, aber gelegntlich wird man auch in die Ostplatzrunde geschickt. Die 1080 Meter Asphaltbahn (allerdings mit beidseitig versetzten Schwellen) ist für praktisch alle GA-Maschinen lang genug. Leider gibt es kein VFR-Night für Flächenflugzeuge.
Das Tanken findet ganz auf der Westseite, am Endes des Taxiways statt. Dort einfach nahe an dem Metallzaum abstellen, dann kommt schon meist jemand (es gibt dort aber wohl auch ein Telefon). Natürlich kann es passieren, dass man wegen eines bereits tankenden Luftfahrzeugs auch mal warten muss; dann wird man von GND zunächst in die Haltebucht zwischen W1 und W2 geschickt. Aber allgemein kann man den ganzen Tag über (auch während der Mittagszeit) Avgas und Jetfuel bekommen. Tipp: dem Tower schon VOR der Landung sagen, dass man Tanken möchte. So wird man zum Abrollen nicht erstmal auf das Hauptvorfeld geschickt und muss man dann nochmals die Piste kreuzen (was bei viel Verkehr auch wieder etwas dauern kann). Die örtliche Tankfirma hat auch ihre eigene Funkfrequenz: 118.55. Email: operazioni@ghigihandlingservices.it. Mobilnr.: +39 348 5396508
Parken tut man dann wiederum auf dem North Apron, wo man sich einfach einen freien Platz sucht. Ösen zum Verzurren sind dort vorhanden. Danach geht man zu Fuß südwärts, immer am Zaun entlang, zum Empfangsgebäude.
Die Gebühren für einen Zweitonner mit einem Passagier und einer Nacht Parken betragen ca. 60 Euro (alleine 31 Euro Feuerwehrgebühr…, das Parken ist dafür aber sehr günstig); Eintonner bezahlen weniger. Man kann allerdings nicht vor Ort zahlen, weil das entsprechende Büro (im ersten Stock) in der Regel nicht besetzt ist. Stattdessen erfolgt dies, indem man eine Online-Registrierung (unter https://epac.enacservizi.it/) vornimmt und dort die Daten des Flugs einträgt. Man bekommt dann eine Rechnung zugeschickt.
Es gibt eine Airport-Bar im Empfangsgebäude.
Ins Stadtzentrum von Rom kann man entweder mit dem Taxi (kann man am besten über die UBER-App oder auch über die FreeNow-App bestellen; es darf ca. 30 Euro kosten) oder mit dem Linienbus fahren, welcher praktisch vor dem Flughafenausgang hält. UBER-Fahrzeuge gibt es in Rom nicht, aber auch die normalen Taxis sind nicht teuer und können wie gesagt bequem über die UBER-App bestellt werden. An manchen Uhrzeiten des Tages kann es aber schwierig sein, eins zu bekommen. Es gibt – für diejenigen die einen Mietwagen nehmen wollen – recht nah am Platz eine Europcar-Agentur (Via dei Prati Fiscali 293).
Roma Ciampino (LIRA)
Der kleinere Verkehrsflughafen Roms liegt im Süden der Stadt, knapp außerhalb des Autobahnrings und damit nur ca. 10 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Gegenüber Roma Urbe sollte man diesen aber nur vorziehen, wenn man unbedingt einen „richtigen“ IFR-Anflug braucht, nachts landen muss (6 bis 23 Uhr Lokalzeit ist möglich) oder direkt einen Mietwagen nehmen will/muss. Ansonsten bietet er kaum Vorteile, dafür gibt es aber eine ganze Reihe „Nachteile“. Zunächst ist laut AIP ein schriftliches PPR notwendig. Dieses muss über ein Portal eingeholt werden, zu dem wiederum nur die lokalen Handling-Agents Zugang haben. Somit muss man sich also an einen dieser Handling-Agents wenden. Diese sind in der AIP aufgeführt. Die erhaltene PPR-Nummer muss dann später in den Flugplan (Feld 18) geschrieben werden.
Darüber hinaus ist es obligatorisch, 20 Minuten vor der Landung Ciampino Apron auf 131.505 MHz zu rufen um die PPR-Nummer und den Handling-Agenten mitzuteilen. Special VFR ist nur auf der Piste 15 zugelassen. VFR-Nacht ist gar nicht zugelassen.
Zu allem Übel ist es seit gewisser Zeit obligatorisch, auf den meisten Parkpositionen des GA-Vorfelds „fremdrangiert“ zu werden. Die schon bis dahin sehr hohen Kosten für eine Landung inkl. Handling erhöhen sich hierdurch nochmals. Es erscheint mittlerweile sehr schwierig, einen „self-maneuvering parking space“ zu bekommen. Einer der günstigeren Handlling-Agents scheint GH Aviation / Alisud zu sein. Insgesamt muss man aber auch hier stets mit ein paar hundert Euro rechnen. Es gibt ein „richtiges“ GAT. Dafür kein Avgas mehr (nur noch Jetfuel).
Somit ist der Platz letztlich nur in speziellen Fällen (siehe oben) bedingt zu empfehlen. Der Vollständigkeit halber sei dennoch gesagt, dass es natürlich Zoll, Busverbindungen, Taxis, Mietwagen, etc. gibt.
Aviosuperfici im Römer Umland
Es gibt eine ganze Reihe von Aviosuperfici im Römer Umland. Als Beispiel sei „Fly Roma„, östlich der Stadt genannt. Für weitere Infos sei hier auf den Avioportolano verwiesen, oder man wirft zunächst einen Blick in Skydemon. Grundsätzlich stellt sich bei diesen aber immer die Frage des Transports nach Rom, da sie allesamt deutlich weiter von der Stadt weg sind als Urbe. Letzterer ist eben ein ordentlicher, bezahlbarer und auch für ULs zugänglicher Platz, daher ist es fraglich, ob es sich lohnt, statt Urbe einen dieser Plätze anzufliegen.
Wirklich nicht mehr „Römer Umland“, sondern schon 100 Kilometer nördlich gelegen, aber trotzdem an dieser Stelle mal kurz genannt sei der Flugplatz (Aviosuperficie) Terni (LIIA) in Umbrien. Es ist ein sehr guter Platz: Asphaltpiste, täglich anfliegbar, Avgas, Mogas und Jet vorhanden, Werft vorhanden, geringe Gebühren. Einziger Negativpunkt: es gibt an diesem Platz für alle internationalen Flüge die Pflicht, solche vorab per Mail an mehrere Adressen bei Zoll und Polizei anzumelden, was ärgerlich ist. Positiv aber, und deshalb hier hervorgehoben: wirklich um die Ecke vom Platz befindet sich eine Autovermietungsfirma, und zwar www.autonoleggioeasyrent.it. In Summe ist dies also ein sehr unkomplizierter Ort um direkt am Platz ein Auto zu nehmen und den Norden des Lazio zu erkunden und ggf. auch bis nach Rom zu fahren (dauert ca. eine gute Stunde).
