Flugziele/Apulien
Apulien

Apulien (italienisch: Puglia) ist die südöstlichste Region Italiens. Nach Albanien ist es von dort nicht allzu weit. Die Halbinsel Salento im Süden Apuliens bildet den „Absatz“ des „italienischen Stiefels“. Ein weiteres Charakteristikum Apuliens ist der "Sporn" des Stiefels, der Gargano, welcher das Nordende der Region markiert. Abgesehen vom Gargano ist die gesamte Region insgesamt (im Gegensatz zu z.B. Kalabrien) eher flach. Es gibt viele hundert Küstenkilometer und Millionen von Olivenbäumen. Hauptstadt ist Bari. Übrigens ist Apulien quasi die einzige süditalienische Region, in der es praktisch keine Mafia gibt.

Auch fliegerisch macht Apulien viel Spaß. Lediglich die Luftraumstruktur ist hier leider ein ziemlicher Grauen (zwar gibt es hier keinen Luftraum A, dafür viel Luftraum D und außerdem sehr viele Beschränkungsgebiete). Die Anzahl der Militärflughäfen ist enorm! Gemeinsam hat die Region es außerdem mit den anderen süditalienischen Regionen, dass die Versorgung mit Avgas nicht gut ist.

Und auch noch etwas zu den Flugplätzen, insbesondere den kleinen, also jenen ohne befestigte Piste: dies sind in Apulien nur in den allerseltensten Fällen richtige "Graspisten", denn der Boden ist meist eher karg und trocken. Daher handelt es sich reine Erdpisten, welche meist leicht mit einer schicht feinen Kiesels bedeckt sind. Dies ist nicht grundsätzlich allzu problematisch für den Prop, etc. Man sollte natürlich entsprechend vorsichtig agieren, aber es sind auch keine wirklichen "Schotterpisten".

Gehen wir nun an die lohnenswerten Ziele und Flugplätze der Region heran:

Der Süden (= der Salento) und die Stadt Lecce

Lecce ist zwar nicht die Hauptstadt Apuliens, aber zumindest ist sie die wohl sehenswerteste Stadt der Region.

Zunächst kurz zur Luftraumstruktur im Raum Lecce: die ist leider beim Blick auf die Karte zunächst ein ziemlicher Alptraum. Und das, obwohl es im Raum Lecce gar keinen zivilen Verkehrsflughafen gibt. Grund ist vielmehr der südlich der Stadt gelegene Militärplatz Galatina, welcher gelegentlich recht aktiv mit Verkehr (Jettrainer) ist. Man hat dafür nämlich äußerst großzügig - fast über den gesamten "Absatz" des Stiefels - eine CTR mit Untergrenze am Boden gelegt. Mit anderen Worten: man kann sich hier - zumindest wochentags - nur mit Freigabe von Lecce Approach bewegen. In der Praxis stört das nicht so sehr, denn man muss nur sagen, was man will und bekommt eigentlich fast alles genehmigt. Bloß kann man eben nicht gänzlich "frei herumfliegen", sondern alles wird relativ genau überwacht. Dazu kommen auch über den Bereich der CTR hinausgehend zahlreiche, teilweise sehr große Restricted und Danger Areas, insbesondere in Richtung Westen, also zum Ionischen Meer hin. Aber auch hier gilt: Funkkontakt mit Brindisi Information halten, dann kann man meistens die gewünschte Route absprechen.

Zu den Flugplätzen: zunächst mag der oder andere vom Namen her den Flugplatz Lecce-Lepore (LINL), nahe des Strandorts San Cataldo kennen. Grund ist, dass es ihn seit Jahrzehnten in der italienischen AIP (und somit auch im Jeppesen) gibt. Allerdings ist es so, dass der Platz von ca. 2002 bis 2019, also ca. 17 Jahre lang per NOTAM (!) komplett geschlossen war. Ca. ab 2014 hat eine lokale Firma sich um die Wiedereröffnung gekümmert, und tatsächlich, 5 Jahre später, im Juni 2019 war es so weit, wurde der Platz tatsächlich für kurze Dauer wieder eröffnet. Seitdem ist der Platz wieder per NOTAM geschlossen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier lediglich Fördergelder abgegriffen werden sollen. Leidenschaft für die GA kann man leider nicht verspüren. Wie sich das Ganze entwickelt, man man abwarten. Wie immer gilt: NOTAMs checken, und im Zweifel außerdem den Betreiber kontaktieren.

Es gibt keine Instrumentenanflüge. Die Piste ist Asphalt und knappe 1000 Meter lang; es gibt großzügige Abstellflächen. An den Strand von San Cataldo sind es nur 3 Kilometer. In die Innenstadt von Lecce sind es ca. 10 Kilometer.

Es gibt aber noch einen anderen Platz, der insbesondere für einen Besuch der schönen Stadt Lecce in Frage kommt: das Aviosuperficie Lecce-Fondone (Kennung: LINK). Dieses liegt ebenfalls östlich der Stadt und ist deutlich stadtnäher als Lepore. Es ist sinvnoll, vor der Landung den Chef des örtlichen kleines UL-Clubs, Luigi Fracasso, bzw. dessen Sohn Francesco, anzurufen (Details siehe Avioportolano), der dann bei der Landung am Platz ist und hilft, wo er kann. Die Oberfläche der 700m-Bahn (mit feinen Steinen bedeckter, verdichteter, Erdboden) ist fest; wenn man ein bisschen aufpasst, wird der Propeller nicht beschädigt. Leider kein Avgas; dafür auch keine Landegebühr. Mogas kann man aber meist bekommen. Vom Platz zum Stadtstrand von Lecce (San Cattaldo) sind es ca. 12 km; wenn Luigi nicht fahren kann, muss man ein Taxi nehmen, was nicht ganz billig ist. Ins Stadtzentrum von Lecce hingegen dürfte es nur ca. 15-20 Euro kosten, denn es ist recht nah.

Wer einen IFR-Approach, Avgas, Zoll oder Mietwagen wünscht, hat die Option, nach Brindisi (LIBR) zu fliegen. Die Fahrzeit nach Lecce ist gar nicht allzu lang (ca. 45 Minuten).

Zur Stadt Lecce: Prägend ist der "Lecceser Barock", in dessen Stil zahlreiche Bauwerke in der Stadtmitte zu bewundern sind. Sie wird deshalb auch das „Florenz des Südens“ genannt. Eines der berühmtesten Beispiele des Barockstils von Lecce ist die Fassade der Basilika Santa Croce. Diese und die vorgelagerte Piazza Duomo haben mich bei der ersten Besichtigung wirklich des Atems beraubt. Dazu kommen zahlreiche kleine Sträßchen mit vielen barocken Baujuwelen. Zu empfehlen ist die Übernachtung in einem der zahlreichen B&Bs mitten in der Altstadt.

Außerdem sei in der Provinz Lecce ein Besuch des kleinen Städtchens Otranto empfohlen. Es liegt knapp 40 km südöstlich von Lecce. Otranto ist als Hafen- und Festungsstadt historisch interessant und sehenswert. Außerdem gibt es viele schöne, kleinere Strände und tolles, türkisfarbenes Meer in der Umgebung. Der nahestgelegene Flugplatz ist das Aviosuperfcie Torre Sant'Andrea in Melendugno. Infos im Avioportolano oder im Internet hier. Die Piste ist 600 Meter lang und gepflegt, ohne Hindernisse. Teilweise etwas steinig, also vorsichtig sein. Keine Landegebühr. Vom Flugplatz kann man zu Fuß (ca. 1,2 km) an den Strand bei dem kleinen Ort Sant'Andrea spazieren, wo es auch ein Restaurant ("Confine") gibt. Es soll aber gemäß dem Betreiber auch möglich sein, Fahrräder oder gar ein Auto am Platz zu mieten. Außerdem befindet sich direkt an der Schwelle der 34 das Bed & Breakfast Breezes (mit Pool). Siehe auch den Abschnitt "Avioresorts".

Den südlichsten Punkt Apuliens markiert das Städtchen Santa Maria di Leuca. Diese ist mir allerdings nicht als äußerst sehenswert in Erinnerung geblieben. Dennoch: der nahestgelegene Platz ist das Aviosuperficie Corte (siehe weiter unten).

Eine sehr schöne Stadt allerdings ist die im Westen des "Absatzes" gelegene Hafenstadt Gallipoli. Sie ist quirlig und sympathisch; die Dichte an guten Fischrestaurants ist enorm. Auch die Strände, die sich im Norden und im Süden halbkreisförmig anschließen sind sensationell. Leider gibt es dort in der Nähe keine ideale Landemöglichkeit. Nur ein paar Kilometer südlich gibt es lediglich eine schlichte UL-Piste, die allerdings vom Erdboden her sandig und damit im Zweifel weich ist; auch kenne ich den aktuellen Status nicht (der Platz ist auch schon ein paar Jahre nicht mehr im Avioportolano) . Knapp 15 km östlich gibt es allerdings den Flugplatz Macrì, auf dem Gebiet der Gemeinde Supersano. Der Platz ist Teil eines landwirtschaftlichen Familienbetriebs rund um ein großes Bauernhaus (Masseria) aus dem 17. Jahrhundert, welches heute – was sonst – als Agriturismo fungiert. Die Piste ist knapp über 700 Meter lang, fest, eben und hindernisfrei. Das Gute: das wahnsinnnig nette Betreiberehepaar (die allerdings beide kaum Englisch sprechen) organisieren auf Anfrage ein Mietauto. Wissen sollte man allerdings: der Platz hat derzeit keine Zulassung für Motorflugzeuge (also als "Aviosuperficie) mehr; dennoch stören sich die Eigner nicht daran, sprich: es landen hier trotzdem auch weiterhin relativ häufig Motorflugzeuge bis zur PC12. Avgas gibt es leider nicht; Mogas wird bereitwillig von einer nahen Tankstelle herangeholt. Siehe auch den Abschnitt "Avioresorts". Viele weitere Infos zu Macrì und zur Stadt Gallipoli gibt es in meinem PuF-Artikel "Italienische Geheimnisse", siehe hier.

In diesem Zusammenhang sei vor allem auch das Aviosuperficie Corte (LINB) genannt. Es befindet sich nur ein paar Kilometer nordöstlich von Macrì und somit ca. 35 km südlich von Lecce. Dieser Platz ist für Motorflugzeuge zugelassen; außerdem ist die Piste 1000 Meter lang, breit und sehr eben (dennoch auch hier mit feinen Steinchen bedeckt). Und: an diesem Platz kann man, zumindest bei vorheriger Absprache, in moderaten Mengen Avgas 100LL bekommen, womit der Platz im Süden Apulien ein Alleinstellungsmerkmal hat. Der Chef der lokalen UL-Flugschule heißt Antonio Santoro. Auch er ist sehr herzlich gegenüber Besuchern und versucht wo es geht Mietautos, Unterkünfte und eben Sprit zu organisieren. Dabei möchte allerdings auch ein bisschen Geld verdienen. Es gibt direkt am Platz auch eine einfache Übernachtungsmöglichkeit, aber kein Hotel. Der Platz hat wirklich eine strategisch gute Lage auf dem Salento: Gallipoli, Otranto, Santa Maria de Leuca und Lecce; alle diese vier besonderen Orte sind von Platz aus dem Auto in ca 20-30 Minuten zu erreichen. Ein Taxi nach Lecce kostet, falls man keine Auto nimmt, ca. 50 Euro pro Strecke.

Der Norden (=der Gargano)

Nun vom Süden der Region zunächst ganz in den Norden, dem zur Provinz Foggia gehörenden "Sporn" des Stiefels (wer sich Süditalien auf dem Satellitenbild anschaut, erkennt warum das der Fall ist). Diese Gegend ist touristisch außerhalb von Italien etwas weniger bekannt. Der Gargano ist im Gegensatz zum Rest der Region sehr bergig. Auch er ist aber optisch sehr vom Olivenanbau geprägt. Darüber hinaus gibt es aber ein paar schöne süditalienische Städtchen, vor allem Vieste und Peschici. Dazu gibt es natürlich zahlreiche größere und kleinere Strände.

Es lohnt sich, mal einen Rundflug um den gesamten Gargano zu machen. Doch aufgepasst: der Sporn ist riesig; selbst bei 150 Knoten dauert der Rundflug fast eine ganze Stunde.

Außerdem ist leider auch in der Gegend des Gargano die Luftraumstruktur eine mittlere Katastrophe. Schuld ist auch hier das Militär. Südwestlich liegt nämlich der Flughafen Amendola (LIBA). Er besitzt - aus welchem Grund wohl auch immer - die glaube ich größte CTR ganz Italiens. Sie deckt (bis zum Boden reichend - einen Großteil des Gargano ab, so dass man um sich diesen von oben anzuschauen eine Freigabe von Amendola Approach bzw. Radar benötigt. Auch um die CTR herum gibt es hier zahlreiche Restricted Areas.

Hübsch ist wie gesagt vor allem das im Osten des Gargano gelegene Städchen Vieste. Besonders schön ist aber der Küstenabschnitt zwischen Vieste und Mattinata. Das Wasser an den (teilweise kieselsteinigen) Stränden ist sehr klar.

Leider gibt es keinerlei Flugplatz (mehr) auf oder ganz in unmiitelbarer Umgebung. Das nahe der Hafenstaft Manfredonia gelegene Aviosuperficie Macerone, bei San Giovanni Rotondo wurde leider 2020 geschlossen.

Daher ist mittlerweile leider die einzige Platz, der halbwegs in der Nähe des Garganos liegt der Flughafen der Provinzhauptstadt, Foggia / Gino Lisa (LIBF). Dieser hat auch entsprechende Infrastruktur. Allerdings gibt es seit einigen Jahren - seit es keine Linienflüge mehr gibt - leider auch keine Mietwagenagenturen mehr direkt am Platz. Heißt: auch hier muss man im Zweifel erst mit dem Taxi nach Foggia hinein. Leider sind an diesem Platz Mitte 2021 (nachdem der Platz im Frühjahr ein paar Monate geschlossen war) die Gebühren völlig explodiert. Es ist jetzt Handling und PPR von FlyService notwendig. Zusammen mit allen weiteren Gebühren bezahlt man jetzt schon für einen Fuelstop über 300 Euro! Der Treibstoff ist natürlich auch teuer. Rechnungsstellung etc. dauern wie so oft etwas lange. Kein Essen am Platz. Die Stadt Foggia selbst ist nicht außerordentlich sehenswert.

Für weitere Tipps zum Gargano empfehle ich die Lektüre meines Artikels "Italienische Geheimnisse" aus Pilot & Flugzeug, Ausgabe 2015/06, welchen ich hier hinterlegt habe. Leider iEin paar weitere Bilder zu dieser Reise finden Sie im Abschnitt "Impressionen" unter dem Punkt "Fotos".

Abschließend seien noch kurz die so gennannten Tremiti-Inseln erwähnt. Dies ist eine Gruppe kleiner Inselchen nördlich des Gargano. Sie verfügen über keinen Flugplatz. Wer sie besuchen möchte, nimmt in der Regel ein Schnellboot von der molisischen Stadt Termoli. Im Sommer fahren aber auch Ausflugsboote von z.B. Vieste und Peschici aus auf die Inseln. Stylischer ist es allerdings, per Heli-Taxiflug vom Flughafen Foggia aus zu fliegen. Die Firma, die diese Flüge anbietet, heißt Alidaunia Servizi Elicotteri und die Flüge sind gar nicht so sehr teuer.

Bari (LIBD)

Der Großflughafen der Region Apulien. Preislich für die GA leider recht teuer. Dazu meist recht guter Service. Zoll, Mietautos, etc. sind natürlich vorhanden. Avgas gibt es offiziell nicht und auch auch der lokale Aeroclub gibt keins ab. PPR ist (wie fast überall) notwendig. Eine gute GA-Alternative zu LIBD gibt es in vertretbarer Nähe zur Stadt leider nicht.

Die Altstadt von Bari ist recht sehenswert und atmosphärisch, aber nicht außergewöhnlich spektakulär. Avgas kann man alternativ in der Nähe in Foggia (LIBF) bekommen.

In der Umgebung von Bari gibt es allerdings einige sehenswerte Orte: Zum einen ist der Küstenabschnitt südlich von Bari recht schön. Allen voran das Städtchen Polignano a Mare, welche aufgrund ihrer steilen Klippen ins Wasser berühmt ist. Es gibt sogar Restaurants, welche dort in die Klippen hineingebaut sind. Ein paar Kilometer kommt dann noch die Stadt Monopoli, wo man aufgrund des Namen mal gewesen sein muss. Ein paar Kilometer landweinwärts von Monopoli liegt Alberobello, die Haupstadt der Trulli, dieser charakteristischen, für Apulien typischen Kegelbauten, die nach dem Vorbild der Bauweise von Hirtenhütten in dieser Gegend gehäuft entstanden. In Alberobello bestehen ganze Ortsteile aus Trulli. Darum gehört der Ort heute zum UNESCO-Weltkulturerbe, hat aber leider durch den Touristenansturm einiges von seinem ursprünglichen Reiz verloren. Nun ja. Leider gibt es in der Nähe von Alberobello nur einen UL-Platz; der Name: Paretano Fly. Die Piste ist 450 Meter lang. Trulli kann man auch in anderenorts in dieser Gegend sehr viele sehen und auch teilweise besichtigen oder gar übernachten. Wer in Paretano Fly nicht landen kann oder, will, der muss z.B. für Alberobello fliegen nach:

Brindisi (LIBR)

Ein nicht wahnsinnig sympathischer, aber zumindest passabler Flughafen. Vor allem gibt es stets einen recht schönen Anflug auf den direkt am Meer gelegenen Platz. Insbesondere ist LIBR dann sinnvoll, wenn man (z.B. aus Albanien oder Montenegro kommend) Zoll braucht. Die Gebühren sind etwas hoch; u.a. wird auch hier gerne versucht, eine Abfallentsorgungsgebühr abzurechnen. Wie immer mit zunehmender Anzahl an Passagieren gehen die Gebühren noch mal etwas in die Höhe. Immerhin: seit 2017 gibt es in Brindisi wieder Avgas 100LL! (Dies hatte es von 2005-2016 nicht gegeben). Sonst alles soweit "standard". Wie quasi immer in auf Großplätzen in Italien gilt: vorher per e-mail anmelden, hier bei Sky Services. Was das Tanken angeht, so ist leider die Erfahrung, dass es in Brindisi häufig zu Verzögerungen kommt, denn es ist ja primär ein Airline-Airport, und da es nur eine begrenzte Tankcrew gibt, muss man häufig warten. Außerdem gibt es eine Extra-Betankungsgebühr. Foggia ist rein zum Tanken sicher etwas besser.

Mietwagen aller Couleur sind vorhanden; der Platz wird u.a. von Ryanair genutzt. Die Stadt Brindisi ist insgesamt eher weniger sehenswert. Dafür gibt es in der weiteren Umgebung eine ziemlich sehenswerte Stadt: Ostuni. Der Ortskern ist auf drei Hügeln gelegen. Sie hat sehr viel Geschichte zu bieten. Die wichtigste Attraktion von Ostuni ist die hervorragend erhaltene Altstadt mit ihrem Gewirr von Gassen und Stiegen zwischen den typischen weiß gekalkten Häusern.

Wer den Platz Brindisi meiden möchte und mit nicht allzu langen Pisten klarkommt, hat noch eine Alternative: Knapp 20 Kilomer südlich gibt es das Aviosuperficie Antares, welches die Heimat des Aeroclub Brindisi (nur UL) ist. Die Piste ist 500 Meter lang, fest und eben und ohne Hindernisse. Den weiteren Bodentransport muss man allerdings organisieren, da der Platz ziemlich im Nichts liegt.

Taranto

Taranto (deutsch: Tarent) ist immerhin die zweitgrößte Stadt Apuliens, aber touristisch eher wenig besucht. Sie liegt im Westen der Region, am Ionischen Meer. Tarent, wie es auf deutsch heißt, ist ein großer Handelshafen mit recht viel Industrie, einer Schiffswerft sowie einem Marinestützpunkt. Sie hat aber auch Geschichte und touristisch einen gewissen Charakter. Die Altstadt, das "Borgo Antico", liegt auf einer Insel. Allerdings wie so oft in Italien etwas chaotisch und ungepflegt. Insbesondere westlich von Tarent gibt es kilometerlange Sandstrände.

Der Flughafen, Taranto-Grottaglie (LIBG) ist ein riesiger und dennoch sehr stiller Platz. Da es keinen Linienverkehr gibt, gibt es leider auch keine Mietwagenstation am Platz. Auch hier: kein Avgas. Wie immer: PPR machen. Wichtig: über der Stadt Taranto und westlich davon über der See liegt großräumig eine Flugverbotszone, die LI-P27. Unbedingt beachten! Darüber hinaus viele Beschränkungsgebiete. Nördlich von Taranto gibt es außerdem noch die riesige Kontrollzone des Militärflughafens Gioia del Colle (LIBV).

Eher einen Tick näher an der Stadt gelegen als LIBG gibt es noch das Aviosuperficie Monticchio, bei der Ortschaft Pulsano. Die Erdpiste ist eben und 600 Meter lang.

Weitere Plätze

Der Flugplatz der "Tenuta Tannoja" (siehe auch "Avioresorts") liegt nahe der Stadt Andria. Zum einen ist dieser Platz zum Übernachten und zum Abendessen sehr gut, zum anderen ist er ideal für eine Besichtigung des berühmten Staufer-Schlosses Castel del Monte (UNESCO-Weltkulturerbe), welches nur ca. 5 Kilometer entfernt liegt. Auch wenn man nicht auf der Tenuta übernachtet, stellt der Betreiber gegen Gebühr ein Auto oder E-Bikes bereit. Selbst etwas Avgas kann der Betreiber, Francesco, bei Bedarf organisieren. Die Piste ist lang, aber nicht so sehr gepflegt. Vielmehr aber noch: sie hat stellenweise mächtig Höhenprofil; es gibt zwei meterhohe Wellen. Man sollte versuchen, bei Start und Landung diese Wellen unbedingt zu meiden. Insbesondere die ersten 300 Meter der 12 haben spürbares Höhenprofil und sollten daher gemieden werden.

Das Hotel Laurito ist kein Agriturismo o.ä. sondern schlicht ein Hotel / Wellness-Resort, im südlichen Apulien, zwischen Brindisi und Taranto, welches eine Privatpiste (540m) mit dem Namen "Ali Puglia" hat. Diese liegt direkt nebenan, ist aber leider nur als "campo di volo" und damit nur für ULs zugelassen. Neben einem Restaurant gibt es hier viel Wellness (Schwimmbäder und Saunen) sowie vielerlei Outdoor-Aktivitäten. Siehe auch "Avioresorts".

Avgas Tanken ist Apulien...

... ganz offiziell und zuverlässig gibt es Avgas in Apulien nur in Foggia (LIBF), also ganz im Norden der Region. sowie seit 2017 endlich auch wieder in Brindisi (LIBR). Am Aviosuperficie Corte, südlich von Lecce, gibt es auch Avgas, allerdings ist dort eine vorherige Absprache von Nöten. In kleineren Mengen kann man auf vorherige Anfrage außerdem Avgas am Aviosuperficie Tenuta Tannoja bekommen. Richtung Westen aus Apulien hinausfliegend kann man Avgas am Aviosuperficie SibariFly bekommen, sowie auch auf dem Aviosuperfice Falcone/Lavello, In Richtung Norden ist das kroatische Dubrovnik ein beliebter Tankstopp (allerdings seit 2020 mit hohen Handling-Gebühren). In Richtung Südosten kommt dann ja schon recht bald der Platz von Korfu (Griechenland), welcher allerdings seit 2017 mit der Übernahme durch Fraport ebenso ein teurer Flughafen geworden ist; auch das Avgas ist dort eher sogar noch teurer als an den meisten Orten in Italien.


© Philipp Tiemann
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